02.07.2019 11:04 |

„Vorderer“ Platz

„Falter“-Journalistin kandidiert für die Grünen

Überraschung bei den Grünen: Im Rahmen der Wahlkampagne zum Wiedereinzug in den Nationalrat hat Bundessprecher und Spitzenkandidat Werner Kogler am Dienstag die bekannte Journalistin Sibylle Hamann als Listendritte vorgestellt. Ihre freiberufliche Tätigkeit für die Tageszeitung „Die Presse“ und die Wochenzeitung „Falter“ will sie beenden, sagte Hamann bei einer Pressekonferenz. Ob die Quereinsteigerin tatsächliche einen Platz auf der grünen Bundesliste bekommt, soll sich aber erst beim Bundeskongress am Samstag entscheiden. Kogler habe ihr zumindest einen „vorderen“ Platz in Aussicht gestellt.

Als „kompetente“ und „profilierte“ Person bezeichnete Kogler seinen jüngsten Zugewinn bei den Grünen. Die Entscheidung spreche auch für den Kurs der Grünen nach deren Ausscheiden aus dem Nationalrat bei der vergangenen Wahl: eine Mischung aus bewährten Kräften, neuen Mitgliedern und „Menschen, die von außen kommen“. Es sei auch - wie im Falle von Hamann - nicht notwendig, Mitglied der Grünen zu sein, sondern eher, deren Anliegen zu vertreten.

Sie habe sich gefragt, ob es denn genug sei, dass sie „ein angenehmes Leben“ habe, sagte Hamann selbst über ihre Motivation, in den Polit-Ring zu steigen. „Solltest du nicht etwas tun? Das sagte mir meine innere Flüsterstimme, die mich schon mein Leben lang begleitet. Da läutete das Telefon und Rudi Anschober rief an. Genau in dem Moment, in dem ich darüber nachdachte, mich zu engagieren“, so Hamann.

„Frauenrechte mit Zähnen und Klauen verteidigen“
Als politische Anliegen nannte Hamann die Bereiche Geschlechtergerechtigkeit, Pflege, Bildung, Integration und den Fokus auf weltweite Entwicklungen. So will die Feministin Frauenrechte „mit Zähnen und Klauen verteidigen“. In der Integrationspolitik sei durch Türkis-Blau viel Porzellan zerschlagen worden, wobei Hamann laut eigener Aussage auch nichts idealisieren will. Konkrete politische Vorschläge blieb sie aber noch schuldig.

Hamann wurde am 14. August 1966 in Wien geboren, ihre Eltern sind die renommierten Historiker Günther und Brigitte Hamann. Die studierte Politikwissenschafterin begann eine journalistische Laufbahn, unter anderem bei der Tageszeitung „Kurier“, dem Nachrichtenmagazin „profil“ und zuletzt bei „Falter“ und „Presse“. Sie war auch Lehrbeauftragte am Institut für Publizistik der Universität Wien und Lektorin am Journalismuslehrgang der FH Wien. Hamann lebt in Wien und ist Mutter zweier Kinder.

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