25.06.2019 16:34

„Er ist verwirrt“

Ayatollahs verwechselt: Weltweiter Spott für Trump

„Das Vermögen von Ayatollah Khomeini und seinem Büro wird nicht von diesen Sanktionen verschont werden“, verkündete US-Präsident Donald Trump am Montag feierlich, als er im Weißen Haus neue Sanktionen gegen die iranische Führung vorstellte. Das Problem ist nur, dass der Staatsgründer der Islamischen Republik seit 30 Jahren tot ist. Gemeint war natürlich sein Nachfolger, Irans aktuelles geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei. Für diesen Versprecher erntet Trump reichlich Spott - vor allem im Iran.

„Trump weiß nicht, dass Ayatollah Khomeini verstorben ist und Ayatollah Khamenei der Führer des Iran ist“, twittert die Journalistin Sara Massoumi. „Wartet dieser Narzisst darauf, dass ein (toter Mann) ihn anruft?“, fragt der Nutzer SaeedIran mit Blick auf Trumps Aufruf an Teheran. Ali.Yamani zeigt sich ebenfalls fassungslos: „Kann mir bitte jemand sagen, wo ihr diesen Mann gefunden habt? Ihr Amerikaner seid das intelligenteste, stärkste und reichste Volk der Welt. Wer hat für diese Toilettenbürste gestimmt?“ BahramAsadzadeh vermutet dagegen, dass Trump bewusst „wie ein Verrückter“ erscheinen wolle.

Aber auch in den USA ist das Video mit der Sanktionsankündigung viral und sorgt für viel Gelächter.

Hier eine kleine Auswahl aus den Spott-Tweets:

„Nun bin ich gespannt, wie Trump mit Leonid Breschnew (Ehemaliger Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und 1982 verstorben, Anm.) umgeht.“

„Er sollte nun Saddam Hussein jagen.“

„Ein weiterer Beweis, dass das Weiße Haus von Idioten besetzt ist.“

Rouhani: „Einfrierung des Vermögens von Khamenei ist niedlich“
Der iranische Präsident Hassan Rouhani nannte Trumps Entscheidung zur Einfrierung des Vermögens von Khamenei „niedlich“ und meinte, der US-Präsident sei offenbar „verwirrt“. Alles, was Khamenei besitze, sei ein einfaches Haus und eine religiöse Versammlungshalle. Anders als anderer Staatsführer habe er kein Vermögen, das man einfrieren könne, sagte Rouhani. „Wozu ihn sanktionieren? Damit er nicht nach Amerika reist? Das ist niedlich.“

Das iranische Außenministerium sieht mit den Sanktionen gegen Khamenei und andere führende Persönlichkeiten das Ende der Diplomatie gekommen. „Trumps verzweifelte Regierung zerstört den etablierten internationalen Mechanismus, durch den Frieden und Sicherheit erhalten werden sollen“, schrieb Außenministeriumssprecher Abbas Mousavi auf Twitter.

„Stolpern“ die USA in einen Krieg mit dem Iran?
Zuletzt hatten die Spannungen zwischen dem Iran und den USA massiv zugenommen. Deutlich verschärft wurde die Lage in der vergangenen Woche durch den Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die iranischen Revolutionsgarden. Den Angaben aus dem Iran zufolge befand sich die Drohne im iranischen Luftraum. Dies wird von Washington vehement abgestritten. Trump erwog bereits einen militärischen Vergeltungsangriff, sagte diesen aber nach eigenen Angaben kurzfristig ab. Beide Seiten betonen, dass sie keinen Krieg wollten. Weltweit wächst die Sorge, dass die USA in einen Krieg „stolpern“ könnten.

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