20.06.2019 14:36

Comic-Rezension

„Eine Nacht in Rom“: Die unerfüllte Sehnsucht

Prickelnde Bilder, gepaart mit tiefschichtigen Erzählungen werden uns in der Reihe „Eine Nacht in Rom“ von dem Tausendsassa Jim präsentiert. Zwischen warmen Farben und kalten Wasser befindet sich eine romantische, komplizierte Liebesgeschichte, die Jahrzehnte überdauert hat. 

Der Zyklus, der insgesamt auf vier Bücher ausgelegt ist, stammt aus der Feder von Jim. Seine Namen sind hierbei so unterschiedlich, wie seine Geschichten. Thierry Terrasson oder Téhy, so heißt er manchmal, ist ursprünglich ein Comickünstler der mit seine Zeichnungen und Geschichten in der Fantasik begonnen hat. Mit dem Comicprojekt „Sonnenfinsternis“ betrat er, in Zusammenarbeit mit dem belgischen Zeichner Alex Tefenkgi, zum ersten Mal wirklich intimen Boden. Und seitdem sind Beziehungskonstellationen, einfühlsame Texte und Sehnsüchte nicht mehr aus seinen Werken wegzudenken.

„Ich glaube, ich habe mir so viele Anfänge vorgestellt ...“
Für viele Leute sind die Romanzen die Besten, aus denen nie etwas geworden ist. Das Verknallt-sein in das nette Mädchen aus der Parallelklasse, an das man heute noch zu oft denkt. Der charmante Junge beim Basketball-Training, mit dem man sich so oft danach ein Eis geteilt hat. Man weiß nie, wie gut oder wie schlecht es hätte werden können und erhält sich die kleinen, großen Lieben auf einem eigenen Platz im Herzen. In Jims Werken geht es oft um das Warten und das Wiederfinden, ebenso wie das Loslassen.

Wie er an „Wo sind die großen Tage geblieben?“ demonstriert hat, weiß er, wo es beim Leser wehtut. Wo all die wunden Punkte liegen, die uns die Luft rauben. Oft aber nicht immer, führt er selber den Zeichenstift und überzeugt mit realistischen Impressionen. Auch rund um Marie und Raphael sind mehr unausgesprochene Wörter, als man zuerst glauben mag, und um so schöner ist es, dass man die Comics nicht unbedingt im Ganzen lesen muss. Wo alles begonnen hat? Natürlich in Rom.

„Du wirst dich bemühen, dieses Intermezzo zu vergessen“
20 Jahre ist das Alles her. Der Urlaub in Rom, der Geburtstag von Raphael und Marie. Und die Aufnahme einer Videokassette. Man sieht Marie, mit diesem umwerfenden Lächeln. Und Beide versprechen sich etwas. In zwanzig Jahren würden sie wieder in der selben Stadt, in dem selben Hotelzimmer aufeinander warten. Man verspricht sich viel, wenn man jung ist, aber kurz vor dem 40. Geburtstag von Raphael wird ihm eine VHS-Kassette überreicht.

Darauf die Frau, mit dem unwiderstehlichsten aller Lächeln. Und nach all den Jahren hat sie noch genau soviel Einfluss auf ihn, wie er auf sie. Dabei geht es ihm gut. Da ist Sophie, seine tolle Freundin, er hat gute Bekanntschaften und eigentlich hat er auch an seinem Ehrentag schon etwas geplant. Doch wie wird er sich entscheiden und wie geht es danach weiter? All diese „Was wäre, wenn..“ - Fragen die uns Jim so gerne antut, werden in den ersten drei Bänden der Reihe aufbearbeitet und konfrontieren uns mit unserem eigenen Gewissen.

Wem könnte es gefallen?
Die nachdenkliche Bildsprache, der rote Faden der den Leser mit all den unterschiedlichen Charakteren entwickelt, und nicht zuletzt die erwachsenen Themen überwiegen bei Jim. Neben dem Bonusmaterial am Ende jeden Bandes und dem Gewicht der Thematik sind die Geschichten immer wieder einen Lesenachmittag wert. Eine sowohl grafisch, wie auch erzählerisch gute Umsetzung.

Jim, ISBN: 978-3-86869-593-9, Splitter Verlag

Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Amazon. Bei den existientialistischen Fragen die bei der Lektüre von „Eine Nacht in Rom“ auftauchen, können Ihnen aber weder die noch wir helfen.

Anna Krupitza
Anna Krupitza

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