03.06.2019 19:09 |

Neue Videos bekannt

Polizeieinsatz bei Demo zieht immer weitere Kreise

Immer weitere Kreise zieht die mutmaßliche Polizeigewalt bei der Räumung einer Blockade durch Klimaaktivisten am Freitag in Wien. Ein weiteres veröffentlichtes Video zeigt nun weitere erschreckende Szenen: Ein Aktivist wurde von Beamten am Boden fixiert, sein Kopf wird dabei beinahe von einem wegfahrenden Polizeiauto überrollt.

Der ORF veröffentlichte die dramatische Szene am Montagabend in der Sendung „Magazin 1“. Im letzten Moment konnten die Beamten den Fixierten nach oben reißen, durch die Menge ging ein Aufschrei. Der Aktivist war zuvor an der Seite der Sitzblockade gestanden und hatte den Einsatz der Polizei gefilmt.

In einer Aussendung der globalisierungskritischen Organisation Attac hieß es zudem, dass weitere Aktivisten „ durch das brutale Vorgehen der Polizei verletzt“ worden seien. Laut den Aktivisten sollen einem Demonstranten Platzwunden im Gesicht und weiteren Personen Hämatome zugefügt worden sein. Bisher hatte keines der mutmaßlichen Opfer der Polizeigewalt Anzeige erstattet.

Sie alle möchten sich zuvor noch juristisch beraten lassen, sagte Sina Reisch, Pressesprecherin der Aktivisten von „Ende Geländewagen“, der APA. Laut Reisch wurde außerdem ein Mann, der auf der Seite der Sitzblockade gestanden war und den Einsatz der Polizei gefilmt hatte, zu Boden geworfen und niedergedrückt. Er soll einen „Polizeistiefel ins Gesicht“ bekommen haben. Dieser Aktivist klagte am Montag „noch über Schmerzen am Kiefer“, sagte Reisch. Außerdem sei er am längsten im Polizeianhaltezentrum festgehalten worden, bis Samstag um 7 Uhr.

Mittelhandknochen gebrochen
Bei dem 35-Jährigen wurde am Sonntag im Krankenhaus ein Bruch des Mittelhandknochens der linken Hand diagnostiziert, sagte er. Er war Teilnehmer der Sitzblockade und habe sich „aufrecht hingesetzt und die Arme um die Beine gelegt, damit ich halbwegs einfach wegzutragen bin“, schilderte der Oberösterreicher. Ein Beamter habe dann zu seinem Kollegen sinngemäß gesagt, „den tragen wir nicht“, er sei zu schwer. „Sie haben mich dann an den Armen genommen und die Hände nach innen gedrückt“, sagte der 35-Jährige. Der betroffene Beamte habe seine Hand nicht nur umgebogen, sondern extra nachgedrückt. „Das hat höllisch wehgetan, ich hab‘ nur mehr geschrien“, berichtete der Aktivist. Bei diesem „Schmerzgriff“ habe ihm der Polizist die Hand gebrochen.

Die Polizei hatte von dem Fall noch keine Kenntnisse. Falls sie Informationen erhalten sollte, werden die Vorwürfe jedenfalls in die Ermittlungen des Referats für besondere Ermittlungen einfließen, hieß es seitens der Wiener Polizei. Polizeipräsident Gerhard Pürstl betonte bezüglich des Video-Falls, dass die Exekutive „an einer vollständigen, lückenlosen Aufklärung des Vorfalls interessiert ist“, sagte er am Montagvormittag in einem Statement. Bis dahin werde der Polizist „ausschließlich im polizeilichen Innendienst tätig sein“, kündigte Pürstl an.

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