20.05.2019 05:55 |

Der Lokalaugenschein

Die „Krone“ in der Skandal-Villa auf Ibiza

Spurensuche nach dem Video-Skandal: ein Lokalaugenschein in der Oligarchen-Finca. „Krone“-Redakteurin Sandra Ramsauer und Fotograf Erwin Jannes sind in Ibiza vor Ort. Im Video sehen Sie die Villa von außen UND von innen. Jedes einzelne Zimmer zeigen wir Ihnen - und auch die legendäre „Strache-Couch“.

Architect Country Villa heißt sie. Zumindest auf der Mietplattform Airbnb wird die Luxusimmobilie unter diesem Namen angepriesen. Weltweite Bekanntheit genießt sie seit dem Skandal um Heinz-Christian Strache. Doch wer auf der spanischen Partyinsel Ibiza auf eigene Faust versucht, das Haus zu entdecken, scheitert ohne Insiderwissen wohl kläglich. Kein Wegweiser, kein prunkvolles Schild auf dem rostigen Schiebetor. Der Weg zur Finca, von der aus Österreichs Politiklandschaft in ihren Grundfesten erschüttert wurde, ist steinig, staubig und dreckig.

Polizei ständig in Alarmbereitschaft
Bis der Vermieter höchstpersönlich das rostige Tor für das „Krone“-Team öffnet. Der 45-jährige Pharmazeut aus Mailand bittet zunächst kurz um Geduld. Die Alarmanlage sei „scharf“. Und die Polizei, sagt er, in ständiger Alarmbereitschaft. Seit dem Skandal um sein Haus? Seit dem folgenschwere Saufgelage in der elitären Herberge? Der Vermieter (er will seinen Namen nicht in der Zeitung lesen) lächelt nur, seine Piercings in Gesicht und am Hals glitzern in der spanischen Sonne. Diskretion sei sein oberstes Credo. Und überhaupt: Strache, (Ex-)FP-KlubobmannJohann Gudenus und die falsche Oligarchennichte aus Lettland habe er nie persönlich gesehen. Über Mietverträge von damals sei ihm nichts bekannt.

Schweigen ... das er beim Anblick der dunkelbraunen Couch in der Wohnlounge sofort wieder durchbricht. „Kennen Sie das?“, fragt er auf Englisch – und grinst. Ja, nicht nur wir kennen das Video, das weltweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Gudenus stehend, trinkend, russisch-lallend – Strache am Sofa thronend, selbstherrlich dozierend.

Kein Auto verirrt sich auf diese Schotterstraße
Bei unserem Besuch sind die Erinnerungen daran nur nur noch Schall und Rauch, der mit genügend Duftstäbchen und Raumsprays verbannt wurde - und zwar aus allen Räumen: den vier prunkvollen Schlafzimmern samt jeweils eigener Bäder und der modernen Küche. Es ist ruhig geworden in der Villa weit weg von den anderen luxuriösen Häusern auf Ibiza. Grillen zirpen. Von der Ferne hört man Kinderstimmen. Kein Auto verirrt sich hier her auf diese Schotterstraße vor das rostige Tor. Hinter dem alles begann und politisch so vieles enden sollte.

Sandra Ramsauer aus Ibiza, Kronen Zeitung

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