07.05.2019 09:16 |

Hohe Preissteigerungen

Wohnungsgesetz: Kärnten warnt vor Luxusmieten

Seit Jahrzehnten ist Landesrätin Gaby Schaunig im Mietrecht bewandert. Und für sie als Expertin ist die geplante Novelle des Wohnungsgesetzes Anlass, ganz allein Alarm zu schlagen: „Es ist der erste Schritt, um gemeinnützigen Wohnbau abzuschaffen. Die Mieten werden massiv erhöht!“

Noch diese Woche endet die Begutachtungsfrist für das neue Wohnungs-Gemeinnützigkeitsgesetz (WGG), das Bundeskanzler Sebastian Kurz als wichtigen Schritt zur Eigentumsschaffung vorgestellt hat: Mieter gemeinnütziger Wohnungen sollen diese nun leicht und schnell kaufen können. „Das klingt auf den ersten Blick gut“, gibt Kärntens Wohnbaureferentin Gaby Schaunig zu. „Aber auf den zweiten Blick ist es eine Falle.“

Mieter A etwa kauft seine Wohnung – er hat für die 70 Quadratmeter in Klagenfurt monatlich 275,80 Euro bezahlt. A vermietet dann an B weiter – und kann 476 Euro verlangen, da es keine gemeinnützige Mietbindung auf das ursprünglich mit Steuermitteln mitfinanzierte Haus gibt. Ausgeschlossen ist auch nicht, dass Investor C mit einsteigt.

"Es wird immer weniger leistbare Wohnungen geben.“
Schaunig: „Es wird immer weniger leistbare Wohnungen geben. Das passiert nicht heute oder morgen, aber schleichend.“ Allein in Kärnten sind rund 40.000 Wohnungen betroffen, deren Bewohner mit Änderungen rechnen müssen. Unter anderem wird das Konsumentenschutzgesetz für Genossenschaftsmieter teilweise abgeschafft. Und Vermieter dürfen hinkünftig Erhaltungsbeiträge „nach freier Überzeugung“ erhöhen. Für Wirbel ist gesorgt.

Kerstin Wassermann
Kerstin Wassermann
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter