30.04.2019 18:21 |

„Handschlagqualität“

Tiroler SPÖ-Chef will Rot-Blau nicht ausschließen

Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer will eine Koalition mit den Freiheitlichen nicht kategorisch ausschließen: „Wir haben mehrheitlich einen Kriterienkatalog beschlossen. An diesen halte ich mich“, sagte Dornauer am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Dabei hatte EU-Spitzenkandidat Andreas Schieder sich erst kürzlich strikt gegen jede Koalition mit der FPÖ ausgesprochen.

„Ich habe immer gesagt: mit allen reden, mit allen sich konstruktiv austauschen. Wenn man Handschlagqualität ortet, wird man auch fernab einer ÖVP eine Koalition machen können“, so Dornauer. Er wolle sich weder auf Bundesebene noch in Tirol „von der ÖVP an die Wand fahren lassen, so nach dem Motto: Sie sind die einzige Koalitionsoption.“

Dornauer will regelmäßige „Schweinereien“ der FPÖ nicht dulden
Der Tiroler Parteivorsitzende betonte aber auch, dass man „Schweinereien in dieser Regelmäßigkeit“, wie sie zuletzt von der FPÖ gekommen seien, „nicht dulden“ werde. Er sei „froh“ darüber, dass dies entsprechend klargemacht worden sei. Denn dies würde die SPÖ, egal unter welcher Führung, vor eine Zerreißprobe stellen.

Mit Tirols FPÖ-Obmann Markus Abwerzger und den anderen freiheitlichen Landtagsabgeordneten habe er „ein konstruktives Verhältnis, auch in der politischen Arbeit. Von der Handschlagqualität her passt das“, erklärte der SPÖ-Vorsitzende. Er sei von der FPÖ in Tirol auch „noch nie diffamiert worden“, wie dies vonseiten der ÖVP und den Grünen der Fall gewesen sei.

Tiroler SPÖ-Chef hofft auf ersten Platz der SPÖ bei EU-Wahl
Für die anstehende EU-Wahl zeigte sich Dornauer, der ab dem 1. Mai auch als Klubchef im Landtag fungiert, optimistisch: „Ich glaube, dass für die SPÖ die Chance besteht, auf Platz eins zu kommen.“ Man müsse Stammwähler und sonstige Sympathisanten zur Wahl bringen, dann habe man eine „Riesenchance“. Er wolle jedenfalls in Tirol „das größte Plus aller SPÖ-Landesorganisationen“ bei der Wahl einfahren, gab Tirols oberster Roter als Direktive aus.

Nehammer: „Die SPÖ verstrickt sich immer mehr in interne Widersprüche“
Von der Volkspartei erntet Dornauer wegen dieser Vorwürfe Kritik: „Mit Dornauer äußert sich erneut ein hochrangiger SPÖ-Funktionär zu Wort, der die unglaubwürdige Linie der Bundes-SPÖ konterkariert“, ließ ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer in einer Aussendung wissen. „Die SPÖ verstrickt sich immer mehr in interne Widersprüche“, ist der Politiker gespannt, welche Linie sich nun durchsetzt. „
Die SPÖ wäre gut beraten, auf eine sachliche Ebene zurückzukehren, anstatt andere ständig anzugreifen und zu diffamieren“, betont Nehammer.

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