16.04.2019 04:28 |

Festnahme in Wien

Behörden halten ICE-Attentäter für IS-Schläfer

Die deutschen Sicherheitsbehörden halten es für wahrscheinlich, dass die einige Monate zurückliegenden Anschläge mit Stahlseilen auf Bahnstrecken von einem IS-Schläfer verübt wurden. Als Tatverdächtiger war Ende März in Wien ein 42-jähriger Iraker festgenommen worden (siehe auch Video oben). Dieser sagt laut seinem Anwalt aber, er habe nicht aus terroristischen Motiven gehandelt - sondern es sei ein „politisches Statement gegen Deutschland“ gewesen.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen nach Informationen der „Bild“ davon aus, dass der Iraker von der Terrormiliz Islamischer Staat gezielt für Anschläge nach Deutschland geschickt worden sei. Dazu zu passen scheint ein Bericht der britischen „Sunday Times“ vom vergangenen Wochenende. Das britische Blatt berichtete, dass es eine nach Kämpfen in Syrien entdeckte Festplatte von IS-Mitgliedern habe einsehen können, die unter anderem einen Brief an den IS-Führer Abu Bakr al-Bagdadi vom vergangenen Dezember enthalten habe.

„Operation gegen einen Hochgeschwindigkeitszug“
Darin habe ein IS-Kommandant namens Abu Taher al-Tajiki von einer Operation gegen einen Hochgeschwindigkeitszug in Deutschland geschrieben. „Er wird - mit Allahs Hilfe und Stärke - angegriffen werden mit Sprengstoff, den die Brüder in Europa aus einfachem verfügbaren Material hergestellt haben“, zitiert die „Times“ aus dem Brief.

Stahlseile über die Gleise gespannt
Allerdings waren die Anschläge teilweise bereits vorher ausgeführt worden und auch nicht mit Sprengstoff, sondern mit Stahlseilen, die über die Gleise gespannt waren. Es hätten Blutbäder mit möglichst vielen Toten werden sollen. Doch zum Glück gingen die Versuche schief: Zwei Züge wurden beschädigt, Menschen aber nicht verletzt. In Tatortnähe wurden jeweils arabische Schriftstücke und eine IS-Flagge gefunden.

Der Iraker und seine Frau, die sich derzeit in Wien in Untersuchungshaft befinden, sollen die Tat gestanden, aber ein Terrormotiv bestritten haben.

Die „Sunday Times“ berichtete darüber hinaus von einem anderen Schreiben von IS-Führern an ihren Chef Bagdadi, in denen von zwei Terrorzellen in Deutschland und einer in Russland die Rede ist. Diese sollten „ungläubige“ Kapitalisten töten, Banken hacken und Überfälle verüben, um Geld für den IS zu erbeuten. Außerdem sollten sie Attacken mit Fahrzeugen verüben, zitiert die Zeitung aus dem Festplatten-Material.

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