Mi, 24. April 2019
09.04.2019 16:27

RH übt Kritik!

Life Ball fand nicht statt, aber 450.000 Förderung

Im Jahr 2016 hat der weltbekannte Life Ball in Wien nicht stattgefunden, Fördergeld der Stadt floss trotzdem - und zwar in Höhe von 450.000 Euro. Der Rechnungshof kritisiert nun, dass die Finanzabteilung der Stadtregierung Geld einfach ohne schriftliche Richtlinien vergeben darf. Das Life Ball Pressebüro veröffentlichte dazu am Dienstagnachmittag eine Stellungnahme.

Während andere Magistratsabteilungen genaue schriftliche Richtlinien befolgen müssen, bevor sie Förderungen vergeben, ist das bei der MA 5 anders. Hier genügen individuelle Gespräche und Korrespondenzen, um zu Geld zu kommen.

Die Magistratsabteilung selbst begründet die Handlungsweise mit der „thematischen Vielfalt der Förderansuchen“, wie die „Presse“ berichtet. Das Positive ist allerdings, dass die MA 5 nur dann einspringt, wenn andere Abteilungen wie etwa Kultur, Frauen, Integration oder Sport, nicht infrage kommen.

„Keine transparente Abwicklung möglich“
Der Rechnungshof sieht das Vorgehen dennoch äußerst kritisch und bemängelt, dass wegen der fehlenden schriftlichen Richtlinien „keine transparente, einheitliche und nachvollziehbare Abwicklung der Förderanträge, im Sinn regelgebunden Verwaltungshandelns, sichergestellt war“.

Der Rechnungshof empfiehlt daher, Richtlinien festzulegen und zu veröffentlichen. „Für die wesentlichen Verfahrensschritte wäre eine detaillierte und vollständige Aufgabenbeschreibung, die sowohl die methodische Vorgehensweise als auch Beurteilungsmaßstäbe umfasst, festzulegen“, zitiert die „Presse“ aus dem RH-Bericht.

450.000 Euro für abgesagten Life Ball
Einer der bisherigen Nutznießer scheint übrigens der Life Ball, genauer der Verein Aids Life, der die Veranstaltung des Großevents verantwortet, zu sein. Denn wie bereits eingangs erwähnt, flossen 2016 450.000 Euro für Personal und Infrastruktur, obwohl die Veranstaltung nicht stattfand. Mehrere Beamte hätten vorgeschlagen, die Finanzspritze auszusetzen, doch Stadträtin Renate Brauner habe anders entschieden, heißt es.

Der RH bemerkte, dass der Verein Gewinne erwirtschaftet und daher nicht auf das Geld angewiesen war. Die Förderung, die sonst für den Life Ball genutzt wird, ging in dem Jahr also an internationale Aids-Projekte. Außerdem wurde kritisch angemerkt, dass nicht alles in den Förderakten dokumentiert wird - auch, wenn der Verein regelmäßig und ohne Aufforderung eine Kostenaufstellung übermittelt.

Das Life Ball Pressebüro veröffentlichte dazu am Dienstagnachmittag folgende Stellungnahme:
Im Jahr 2016 wurde der Verein LIFE+ in Höhe von 450.000 Euro gefördert. Diese Summe diente zur Abdeckung der Personal- und Infrastrukturkosten, zur Organisation des Red Ribbon Celebration Concerts am 10. Juni im Wiener Burgtheater, sowie u.a. der Kosten für die Organisationserneuerung und Vorarbeiten für den Life Ball 2017.

Trotz Nichtstattfindens des Life Ball hat der Verein LIFE+ im Jahr 2016 alle nationalen Aidshilfsprojekte mit einer Summe von 561.199,77 Euro unterstützt - davon gingen allein 366.812,66 Euro an Wiener Einrichtungen. Weitere 760.001,90 Euro gingen aufgrund langfristiger Verpflichtungen an internationale Projektpartner. Diese Unterstützungen waren aufgrund von generierten Einnahmen im Geschäftsjahr 2016 sowie durch Auflösung von Rücklagen und einer Privatspende von Obmann Gery Keszler (Gage Dancing Stars) möglich.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien
Aktuelle Schlagzeilen
ORF-Skandal in „ZiB 2“
Vilimsky streitet mit Wolf vor laufender Kamera
Österreich
Premier League
Rekord-Tor reicht Southampton nicht zum Sieg
Fußball International
Sieg gegen HSV
Pokal-Finale! Leipzig träumt vom ersten Titel
Fußball International
Rapid-Coach Kühbauer:
„Wichtig, dass es im Fußball eine Pause gibt“
Fußball National
Wacker bleibt Letzter
Altach überrollt Innsbruck im West-Derby
Fußball National
Sieg in Hartberg
Rapid nach zwei argen Goalie-Patzern in Tor-Laune
Fußball International
Seine Pläne im Video
Hier spricht LASK-Coach Glasner über Wolfsburg
Fußball National
Supersprint im Video
Mbappe sogar schneller als Bolt beim Weltrekord
Fußball International
Wien Wetter

Newsletter