08.04.2019 07:45 |

Gut für die EU-Wahl?

Grüne wollen ALLE Benziner und Diesel verbieten!

Mit einem waghalsigen Vorstoß haben die Grünen in Deutschland aufhorchen lassen: Sie fordern, dass in knapp mehr als zehn Jahren keine Benzin- oder Dieselautos mehr neu zugelassen werden dürfen. Ob sich die Partei angesichts der bevorstehenden EU-Wahl damit einen Gefallen tut, wird sich erst zeigen.

Die Grünen haben dem Individualverkehr mit Verbrennungsmotoren den Kampf angesagt. In einem Thesenpapier verkündete der Fraktionschef Anton Hofreiter, dass seiner Meinung nach „ab 2030 nur noch abgasfreie Autos neu zugelassen werden“ dürften. „Der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor muss gesetzlich festgelegt werden“, heißt es in der Forderung, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“.

Anders könne man die Klimaziele nicht erreichen oder die Automobilindustrie zum Handeln bewegen - dazu brauche es einen „großen Wurf“. Ein klarer Fahrplan für die Verbannung von neuen Diesel- und Benzinautos aus dem Straßenverkehr würde Planungssicherheit für die Industrie und ihre Mitarbeiter schaffen, ist der Grüne überzeugt. Bereits zugelassene Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren sollen allerdings weiterfahren dürfen.

Ambitionierte Pläne auch in anderen Ländern
Die Grünen in Deutschland folgen damit einen Trend, der in vielen europäischen Staaten um sich greift. In Norwegen gibt es noch ambitioniertere Pläne - ab 2025 sollen hier mit fossilen Brennstoffen angetriebene Neuwagen verbannt werden. In Dänemark visiert man 2030 als Ausstiegsjahr an, in Frankreich 2040.

Autoindustrie warnt vor Stellenabbau
Die SPD kann dem grünen Vorstoß nichts abgewinnen - man brauche kein neues Verbot, da sich Konsumenten in Zukunft ohnehin nicht für Verbrennungsmotoren entscheiden würden. Auch die Autohersteller sind mit dieser Forderung naturgemäß nicht glücklich: „Ein vorzeitiges, politisch erzwungenes Ende des Verbrenners würde dieser Schlüsselbranche die finanzielle Grundlage für Investitionen in neue Technologien entziehen“, so Bernhard Mattes, der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. Außerdem würde dies einen Stellenabbau bedeuten: VW betonte beispielsweise, dass die Produktion von E-Autos weniger Personal erfordere.

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