Mo, 22. April 2019
04.04.2019 20:52

Berichte über Mängel

Mochovce-Betreiber ortet „irreführende Panikmache“

Die jüngsten Whistleblower-Berichte aus dem Inneren des umstrittenen slowakischen Atomkraftwerks Mochovce haben viel Staub aufgewirbelt: Baumängel, systematische Beseitigung von kritischen Experten, die an dem Projekt beteiligt waren, und keine Umweltverträglichkeitsprüfung - dieser gefährliche Mix lässt Schlimmes erahnen, wenn der neue Reaktorblock 3 in knapp 90 Tagen in Betrieb gehen wird. Der Betreiber des AKW bestreitet, dass es gravierende Sicherheitsmängel gebe. Vielmehr würden „Panikmeldungen in den Medien“ verbreitet.

Die Slowakischen Stromwerke (SE) bezeichneten in einer auf ihrer Website veröffentlichten Stellungnahme die Informationen, die von der Umweltorganisation Global 2000 verbreitet werden, als „irreführend und unwahr“. Sie deuteten auf „absolute Unkenntnis komplexer Projekte ... sowie auf gezielte Verbreitung von Angst und Panik unter Einwohnern Österreichs und der Slowakei“ hin, hieß es seitens der SE.

Entgegen der Behauptungen der Experten sei während des Baus der Blöcke 3 und 4 ein Projekt zur Erhöhung seismischer Sicherheit realisiert worden. In dessen Rahmen wurden bei beiden Meilern über 60.000 Stahlplatten installiert, gemäß genauer Berechnungen. Das Ergebnis sei eine Erhöhung der Widerstandsfähigkeit beider Blöcke gegen jegliche Erdbeben, die in der betreffenden Region eventuell auftreten könnten. Internationale Standards auf diesem Gebiet seien übertroffen.

Ingenieur: „Druckabbauturm ist wie Schweizer Käse“
Bei einem geheimen Treffen der „Krone“ in Bratislava hatte der ehemalige Mochovce-Techniker Adam K. (Name von der Redaktion geändert) aber das genaue Gegenteil behauptet: Durch die Bohrungen sei der Druckabbauturm durchlöchert worden „wie Schweizer Käse“.

Betreiber widerspricht: „Tests lieferten hervorragendes Ergebnis“
Die SE widersprechen diesem Befund und behaupten, dass in den vergangenen Woche gründliche Tests der Dichtheit der hermetischen Zone des Stromwerkes „mit einem hervorragenden Ergebnis“ durchgeführt worden seien. Die von der slowakischen Atomaufsichtsbehörde festgesetzten Limits seien doppelt übertroffen.

Ziel von Global 2000 sei es lediglich, die Inbetriebnahme des 3. und 4. Blocks des AKW Mochovce mit „jeglichen Mitteln“ zu stoppen, inklusive der Schaffung von medialem Druck auf die österreichische Regierung. Dabei nutze die Umweltorganisation auch Mittel, die „an Verbreitung von Panikmeldungen grenzen“. Alle Forderungen und Vorschläge der Organisation halten die SE daher für zielgerichtet und lehnen diese ab.

SPÖ fordert Regierung auf, auf EU-Ebene zu klagen
SPÖ-Agrarsprecher Erwin Preiner forderte am Donnerstag die österreichische Bundesregierung auf, auf EU-Ebene Klage gegen den Ausbau und den Betrieb von Mochovce einzubringen und einen sofortigen Baustopp zu erwirken. „Die Zeitbombe AKW Mochovce tickt“, so Preiner.

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