Streik am Freitag:

„Eine Schularbeit an diesem Tag ist wichtiger!“

Morgen, Freitag, treffen sich die oberösterreichischen Schüler um 11 Uhr am Hauptplatz zum „Klimastreik“. Kommen sie im Rahmen einer Exkursion, ist es völlig legal. Doch „Schulschwänzen“ kann eine schlechte Verhaltensnote nach sich ziehen. Es ist mit der gesetzlichen Schulpflicht nicht zu vereinbaren.

„Eine Demo ist grundsätzlich kein Entschuldigungsgrund“, sagt Herwig Kerschbaumer, Büroleiter in der Bildungsdirektion OÖ. Die Teilnahme am „Klimastreik“ während der Unterrichtszeit ist mit dem Gesetz nicht zu vereinbaren, denn es besteht Schulpflicht. Ein Schüler könne zwar ein Ansuchen stellen, ob er vom Unterricht fern bleiben darf. Darin müssen „wichtige Gründe aus Sicht des Schülers“ glaubhaft angeführt werden, warum er nicht am Unterricht teilnehmen will. Ob „Eintreten für Klimaschutz“ - üblicherweise kein Grund - nun doch in solche Ansuchen geschrieben werden darf, berät die Bildungsdirektion noch mit dem Bundesministerium.

Pflicht geht vor
An der rechtlichen Situation wird sich aber ohnehin nichts ändern; das eigenmächtige Fernbleiben vom Unterricht ist schulrechtlich nicht zulässig. Der Rechtsweg wäre, dass der Klassenvorstand entscheidet, ob der Schüler frei bekommt: „Eine Schularbeit an dem Tag hat höheren Stellenwert.“ Fehlt man unentschuldigt, kann das eine Verhaltensnote verursachen.

Exkursion Teil des Unterrichts
Manche Lehrer planen eine Klassen-Exkursion. Aber: „Eine Exkursion muss in engem Zusammenhang zum Unterricht stehen.“ Ulrike Weberndorfer, Direktorin der HLW Linz-Auhof, pocht ebenfalls auf Einhaltung der Regeln, versteht aber auch gut, warum die Schüler demonstrieren wollen - siehe Interview.

Klimaschutz braucht klares Handeln
Bjarne Kirchmair (17) vom Peuerbach-Gymnasium in Linz wird von seinen Eltern unterstützt: „Sie schreiben mir eine Entschuldigung.“ Er wird mit seiner Klasse kommen. Klimaaktivistin Ida Berschl (18) vom BORG-Schärding darf nicht fehlen, denn: „Wir wollen dem Herrn Landeshauptmann konkrete Forderungen übergeben.“

Ulrike Weberndorfer, Direktorin der HLW Linz-Auhof, ist wichtig, dass die Schüler über gesetzliche Regeln informiert sind.

„Krone“: Ist Ihnen bekannt, dass Schüler diesen Freitag für Klimaschutz demonstrieren wollen?
Ulrike Weberndorfer: Ja, ich hatte Gespräche mit der Schulsprecherin. Eine Teilnahme an der Demonstration kann von der Schule nicht genehmigt werden. Die Schulsprecherin hat diese Information an die Klassensprecher weitergetragen. Die ganze Schule ist über die rechtliche Lage informiert.

„Krone“: Wie werden Sie dann damit umgehen, wenn Schüler am Freitag nicht in den Unterricht kommen?
Ulrike Weberndorfer: Die Demo ist kein Entschuldigungsgrund. Wir haben aber in dem Fall die schulinterne Regelung getroffen, dass Fehlen bis zu fünf Stunden keinen Antrag auf eine Verhaltensnote nach sich zieht.

„Krone“: Verstehen Sie persönlich, warum die Schüler für mehr Klimaschutz streiken?
Ulrike Weberndorfer: Ich halte das Thema für enorm wichtig. Aber der Schulbetrieb läuft auf Hochtouren. Wir können deswegen keine Schularbeiten ausfallen lassen.

„Krone“: Also wichtiges Anliegen, falscher Zeitpunkt?
Ulrike Weberndorfer: So kann man sagen. Es trifft bei mir einen Nerv, ich bin Chemikerin, ich beobachte genau, wie sich das Klima ändert. Und es sind die Jungen, die die Auswirkungen spüren werden.

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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