Mi, 20. März 2019
11.03.2019 12:27

Boeing-Crash in Afrika

Auch Priester aus Kärnten unter den Todesopfern

Der Schock über den Tod der drei jungen Spitalsärzte aus Österreich, die beim Todesflug ET 302 ums Leben gekommen sind, ist groß. Wie nun bekannt wurde, befand sich unter den Opfern auch ein gebürtiger Deutscher, der seit über 20 Jahren in Kärnten gelebt hat. Der 51-Jährige war evangelischer Priester und unterwegs zu einer Konferenz. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder. Einen Tag nach dem Crash der Boeing 737 Max 8 ist indessen der - offenbar beschädigte - Flugschreiber der verunglückten Maschine gefunden worden.

Wie die „Krone“ erfuhr, handelt es sich bei dem Kärntner Pfarrer um den gebürtigen Deutschen Norman T. Der 51-Jährige war seit dem Jahr 2000 als evangelischer Priester in Villach-St. Ruprecht tätig gewesen. Wie der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker am Montag bestätigte, befand sich der Geistliche an Bord der Unglücksmaschine der Ethiopian Airlines, die am Sonntagmorgen über Äthiopien abgestürzt war.

Der Pfarrer aus Kärnten war demnach im Auftrag des Weltkirchenrates unterwegs zu einer Konferenz in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Bischof Bünker „tief betroffen“
In einer ersten Reaktion zeigte sich Bünker „tief betroffen und erschüttert“. „Meine Gedanken und mein aufrichtiges Mitgefühl sind bei Normans Frau Astrid, seinen Kindern und seinen weiteren Angehörigen“, so der Geistliche. „Ich bin sprachlos, es ist eine Katastrophe“, sagte der Kärntner Superintendent Manfred Sauer, „Norman war so ein engagierter und sympathischer Mensch, ich denke besonders an seine Familie, dass sie Halt finden und der Schmerz nicht ihr Herz zerreißt.“

Insgesamt befanden sich Opfer mit 33 verschiedenen Nationalitäten auf dem Todesflug ET 302, keiner der 157 Passagiere und Crewmitglieder hat das Unglück überlebt. Die drei österreichischen Todesopfer waren Männer im Alter von 30 und 31 Jahren. Entgegen ersten Meldungen stammten nicht alle drei aus Oberösterreich, wie das Außenministerium in Wien am Montag die ursprünglichen Angaben präzisierte. Einer der Ärzte kam demnach gebürtig aus Niederösterreich, ein weiterer aus Kärnten.

Der in Oberösterreich geborener Mediziner war 31 Jahre alt, berichtete Außenministeriumssprecher Peter Guschelbauer. Der 31-Jährige hatte im Ordensklinikum der Barmherzigen Schwestern in Linz gearbeitet. Bei einem weiteren Opfer handelte es sich laut Guschelbauer um einen in Niederösterreich geborenen 31-Jährigen, der in Steyr als Arzt gearbeitet hatte. Ein weiterer ums Leben gekommener 30-Jähriger Österreicher wurde in Kärnten geboren und hatte in Wien gelebt.

Alle drei Mediziner wollten laut Ministerium von Addis Abeba mit einer Zwischenlandung in Nairobi nach Sansibar fliegen, „um dort medizinisch zu arbeiten“. Die Angehörigen waren bereits am Sonntag verständigt worden, sie wurden psychologisch betreut.

Blackbox gefunden
Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz wurde mittlerweile der Flugschreiber der verunglückten Maschine gefunden, wie Äthiopiens staatlicher Fernsehsender Fana berichtete. Ein Vertreter der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines bestätigte dies und erklärte, die Blackbox der Maschine vom Typ Boeing 737 Max 8 sei ersten Erkenntnissen zufolge beschädigt. Es sei daher noch unklar, wie viele Informationen daraus zu gewinnen seien. Flugschreiber enthalten unter anderem Aufzeichnungen der Flugdaten und der Cockpitgespräche, was für Ermittler sehr wichtig bei der Klärung der Unfallursache ist. Die Blackboxes sind so robust gebaut, dass sie normalerweise auch ein Unglück überstehen sollten.

Mehrere Länder stoppten Einsatz des Boeing-Typs 737 Max
Erschreckend: Erst im Oktober 2018 war ein Flieger des gleichen Boeing-Typs 737 Max ebenfalls nur wenige Minuten nach dem Start in Jakarta abgestürzt. Es gab 189 Tote. Die Boeing 737 Max ist das aktuellste Modell der weltweit meistgebauten Verkehrsflugzeugfamilie. Nach dem Absturz in Äthiopien verhängte die chinesische Luftfahrtbehörde ein Flugverbot für Maschinen des gleichen Typs. Auch die Unglücksairline Ethiopian kündigte an, alle 737 Max auf dem Boden zu lassen, ebenso Indonesien und die karibische Fluggesellschaft Cayman Airways.

Andere Fluggesellschaften wie Norwegian und die US-Airline United erklärten hingegen, die Maschinen seien sicher und blieben weiterhin in Betrieb. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, die EU-Agentur für Flugsicherheit stehe mit den Behörden in Kontakt und verfolge die Ermittlungen genau. Auf Grundlage der Informationen werde man das Risiko beurteilen und möglicherweise auch weitere Schritte einleiten. In Europa setzt etwa Ryanair auf die Maschine, doch ist noch keines der von der Laudamotion-Mutter bestellten 135 Flugzeuge im Einsatz.

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