29.01.2019 11:22 |

Antarktis-Expedition

Forscher suchen nach Wrack von legendärem Schiff

In der Antarktis ist ein Wissenschaftler-Team zur Suche nach einem vor mehr als 100 Jahren gesunkenen Schiff aufgebrochen. Die Endurance des britischen Polarforschers Ernest Shackleton war im November 1915 von Packeis eingeschlossen, von diesem zerdrückt worden und schließlich im Weddell-Meer gesunken. Mit Unterwasser-Robotern will man nun die Überreste des Dreimasters orten und fotografieren.

Nachdem ein Forschungsprogramm am Larsen-Schelfeis erfolgreich abgeschlossen worden sei, mache sich das Expeditionsschiff S.A. Agulhas II nun in Richtung des Ortes auf, an dem das Wrack der Endurance vermutet werde, teilte die Weddell-Meeresexpedition am Montag mit.

Bis zu der Stelle, an der die Endurance gesunken ist, muss das Expeditionsschiff (Bild unten) zunächst 120 Kilometer voller Meereseis durchbrechen. Aufgrund guter Eis- und Wetterbedingungen sind die Wissenschaftler optimistisch, das Suchgebiet in den kommenden Tagen zu erreichen. „Das wird eine gewaltige und aufregende Herausforderung“, erklärte Expeditionsleiter John Shears.

Plan von Antarktis-Durchquerung scheiterte
Der britische Polarforscher war 1914 mit seinem Schiff „Endurance“ und 27 Besatzungsmitgliedern zu einer Antarktis-Durchquerung aufgebrochen. Der Plan war, in der Weddell-Bucht zu landen, den Kontinent über den Südpol zu Fuß durchwandern und nach 2700 Kilometern in der McMurdo-Bucht ankommen, wo man von einem zweites Schiff abholt werden sollte.

Dreimaster blieb im Eis stecken und wurde zermalmt
Doch 1915 blieb der Dreimaster im ewigen Eis stecken. Die Besatzung schlug sich 1916 schließlich in drei Beibooten zur Elefanteninsel durch, und Shackleton und fünf Crew-Mitglieder reisten im umgebauten Beiboot „James Caird“ weiter nach Südgeorgien. Nach einer Klettertour durch die Berge der Insel holte Shackleton in der Walfangstation Stromness Hilfe. Monate später konnten die verbliebenen Besatzungsmitglieder gerettet werden.

Wrack wird in 3200 Metern Tiefe vermutet
Das Endurance-Wrack wird in rund 3200 Metern Tiefe unter dem Larsen-C-Schelfeis vermutet. Dieses erlangte 2017 Berühmtheit, weil von ihm ein Eisberg doppelt so groß wie Vorarlberg abgebrochen war. Die Suche nach den Überresten des Segelschiffes in den eisigen Fluten sollen autonome Unterwasser-Roboter übernehmen, so die Forscher.

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