21.01.2019 06:00 |

Rutschiges Parkett

EU-Quereinsteiger: ORF-Stars nur wenig erfolgreich

Mit Wolfram Pirchner schickt die ÖVP einen einstigen ORF-Star ins Rennen für die EU-Wahl im Mai. Es ist nicht das erste Mal, dass ein prominentes Fernsehgesicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk in die Politik wechselt. Besonders das EU-Parkett erweist sich dabei aber für viele Ex-ORFler als äußerst rutschig.

Steht eine EU-Wahl vor der Tür, sind einstige ORF-Gesichter seit jeher gefragt - bei allen Parteien. Und das, obwohl sich diese in der Vergangenheit kaum als erfolgreich erwiesen haben. Nun setzt die ÖVP mit Wolfram Pirchner auf einen ehemaligen ORF-Star für die EU-Wahl. Er soll Listenplatz sechs bekommen, heißt es. Zuletzt war der gebürtige Tiroler bei der Niederösterreich-Wahl 2018 erfolglos für die ÖVP angetreten.

Bei der letzten EU-Wahl 2014 sorgte die SPÖ für einen Überraschungskandidaten mit ORF-Vergangenheit, indem sie Eugen Freund zum Frontmann kürte. An Freund, der bei der kommenden EU-Wahl nicht mehr kandidieren wird, sind letztlich zwei Dinge hängen geblieben: Seine Vergangenheit als ORF-Journalist und seine anfänglichen Fehltritte in der Politik. Für Häme sorgte, dass er anfangs keine Ahnung hatte, was ein Arbeiter durchschnittlich verdient.

Prominente Gesichter als Stimmenfänger
Bei der ersten EU-Wahl in Österreich kandidierte 1996 Ex-ORFler Hans Kronberger für die FPÖ. 2004 klappte seine Wiederwahl trotz Spitzenkandidatur nicht - Listendritter Andreas Mölzer hatte einen erfolgreichen Vorzugsstimmenwahlkampf gegen Kronberger geführt.

Und dann war da noch Hans-Peter Martin, der für seine Liste 2004 die ORF-Journalistin Karin Resetarits an Bord holte. Nach Zerwürfnissen mit Martin wechselte Resetarits zum Liberalen Forum und trat erfolglos - wie die Partei insgesamt - als Spitzenkandidatin in Salzburg bei der Nationalratswahl 2008 an.

Nur Stenzel konnte reüssieren
Langfristig im EU-Parlament reüssieren konnte einzig Ursula Stenzel. Die ehemalige ORF-Moderatorin zog 1996 für die ÖVP als Spitzenkandidatin in die EU-Wahl und war bis 2005 Delegationsleiterin. Für eines waren aber alle Kandidaten mit ORF-Vergangenheit gut: Sie dienten als Stimmenfänger.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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