25.11.2002 13:42 |

2 Jahre Recherche

Ist das "Jack the Ripper"?

Über 6 Millionen Dollar und 2 Jahre intensivster Recherchen hat Krimiautorin Patricia Cornwell investiert, um die wahre Identität von "Jack the Ripper" aufzudecken. Jetzt präsentiert sie ihre Ergebnisse: Es soll der deutsche Maler Walter Sickert gewesen sein. Ihre Ergebnisse hat Cornwell in ihrem ersten Sachbuch "Case closed" veröffentlicht.
Cornwell kommt nach genauen DNA-Analysen zudiesem Ergebnis: Sie hat Genspuren auf Bekennerbriefen mit derDNA Sickerts verglichen und kommt nun zu dem Schluss, dass esder deutsche Maler gewesen sein muss. Um an Sickerts DNA zu kommen,hat Cornwell sogar eigens Gemälde des Künstlers aufgekauftund eines zerstört, um es auf Spuren von DNA untersuchenzu lassen.
 
Andere Forscher werfen Cornwell allerdings vor,mit ihrem Buch "Case closed" etwas voreilig gewesen zu sein. ZurZeit der bestialischen Prostituiertenmorde im London des ausgehenden19. Jahrhunderts hatte es hunderte Bekennerbriefe gegeben. Cornwellhätte also maximal die Urheberschaft einiger Bekennerbriefebewiesen.
 
Cornwell kontert wiederum mit anderen "Beweisen":So würden einige Bilder Sickerts die "Ripper"-Morde aus derPerspektive eines Augenzeugen zeigen. Sickert, gebürtigerDeutscher, soll außerdem unter einer Penis-Missbildung gelittenhaben, wodurch Cornwell den unbändigen Frauenhass des Ripperserklärt.
 
Als Beweislage wohl etwas dürftig, aber dasBuch wird sich auch in Europa sensationell verkaufen.
Freitag, 25. Juni 2021
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