24.05.2004 15:38 |

Shooter-Mania

Unreal II - The Awakening

Für viele Shooterfans eine der grossen Hoffnungen auf der XBox. Hält Unreal 2 auch, was erwartet wurde? Vor bereits knapp 18 Monaten auf dem PC veröffentlicht, hat Unreal 2 nun endlich auch den Weg auf die XBox gefunden. Wie schon im Vorgänger, dreht sich die Story wieder einmal um einen Helden, der die Menschheit zu retten hat. Dies geschieht, wie bei einem Ego-Shooter üblich, vorwiegend durch den Einsatz roher (Waffen)Gewalt.
Die technische Umsetzung des Titels ist nichtwirklich gelungen. Lieblos präsentiert sich die nicht mehrganz aktuelle Grafik, Fehler in den Texturen, grob modellierteCharaktere und eine fürchterliche Synchronisation, mit völligdeplatziertem Soundtrack lassen nicht wirklich Stimmung in derSingleplayer-Kampagne aufkommen. Diese ist auch nicht wirklichüppig ausgefallen, nach spätestens 10 Stunden Spielzeit,sollte man das Spielziel erreicht haben.
 
Die Steuerung ist hingegen recht gut umgesetzt undorientiert sich an genreüblichen Gamepad-Belegungen, sodasszumindest hier keinerlei Kritikpunkte anfallen. Die Ladezeitender einzelnen Missionen bewegen sich zwischen 1 und 2 Minuten,womit man zwischendurch getrost seine Finger entspannen und überSinn und Unsinn, der etwas seichten Hintergrundgeschichte, nachdenkenkann.
 
Während das Game also für Solospielernicht wirklich neue Anreize bietet, entfaltet sich im Live-Modusein völlig neuartiges Spiel, welches trotz aller Mängelmehr als überzeugen kann und echte Freude und Spaßaufkommen lässt. Anders als bei verwandten Shootern, beschränktsich das Online-Geballer nicht auf "Capture the Flag" oder "Deathmatch",bei Unreal 2 wird auch im Team gekämpft. Je nachdem ob ein"Dedicated Server" zur Verfügung steht oder nicht, nehmendaran 8-12 Spieler teil, die sich in 2 Teams aufsplitten.
 
Es gilt nun vier auf der Karte verteilte Artefakteeinzuheimsen, wovon jeweils zwei in den Hauptbasen der Teams aufbewahrtwerden und vom gegnerischen Team gestohlen werden müssen.Energiestationen und Fahrzeuge können von den Teams übernommenund auch wieder zurückerobert werden. Damit kommt ein rechthoher taktischer Anteil ins Spiel, der auch durch die zusätzlicheAuswahl von drei vorgegebenen Charakterklassen (Ranger, Gunner,Tech) noch verstärkt wird.
 
Die mitgelieferte Multiplayer-Karten sind jedochrecht groß geraten, was wiederum den Spaß etwas mindert,da es oftmals etwas dauert, bis man, nach einem längerenDauerlauf, auf einen Gegner trifft. Alles in allem ist der Live-Modusjedoch sehr gelungen und bietet dem geneigten Spieler sicherlichlängerfristige Motivation und auch Freude, die Unreal 2-DVDimmer wieder einzulegen und zumindest Online auf Gegnerhatz zugehen. Dabei steht das reine "Fraggen" sicherlich nicht so sehrim Vordergrund steht, wie bei anderen, vergleichbaren Spielen.
 
Fazit: Zusammengefasst kann man sagen,dass Unreal 2 kein Meilenstein ist, aber gerade für Live-Abonnentendurchaus seine Reize bieten wird und auf alle Fälle angespieltwerden sollte. Auch für Singleplayer gibt es interessanteAnsätze. Alle, die von Unreal 2 eine Revolution des Genreserwarten, werden eine herbe Enttäuschung erleben, da derTitel zwar gehobenes Mittelmaß darstellt, aber sicherlichkein Straßenfeger ist.
 
Plattform: Xbox (getestet), PC
Publisher: Atari
Krone.at-Wertung: 77 %
Donnerstag, 17. Juni 2021
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