Studie deckt auf

Nikotin, Alkohol und Suizid - unsere Jugend am Abgrund

Keine Freude hat die Kinder- und Jugendanwaltschaft mit den Ergebnissen einer aktuellen Jugendstudie. Bei Nikotin, Alkohol und Suizid liegen die Kinder und Jugendlichen in Oberösterreich im traurigen Spitzenfeld. Nun überlegt man ein Patenschaftsprojekt, bei dem gefährdete Teenager von Erwachsenen begleitet werden, zu denen sie Vertrauen fassen können.

27 Prozent der 15-Jährigen rauchen mindestens einmal pro Woche, 23 Prozent der 13- bis 15-Jährigen waren schon mindestens zwei Mal betrunken. Und bei den 15- bis 19-Jährigen begehen statistisch 9,5 von 100.000 Selbstmord: Das ist Platz fünf im OECD-Ranking.

Dramatische Entwicklung
Diese Zahlen machen vielen Sorgen, auch der Geschäftsführerin der Kinder- und Jugendanwaltschaft Linz, Christine Winkler-Kirchberger. Sie glaubt, die Probleme der Teenager entstehen vor allem durch ein fehlendes Beziehungssystem der Familien, viele seien viel zu früh auf sich allein gestellt.

Wo behütete Kinder zwar auch einmal eine Zigarette oder Alkohol probieren, nach einer Phase aber wieder zu sich finden, geraten die anderen auf die schiefe Bahn: Die Verbrechen von Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren stiegen in Österreich von 33.063 auf 35.912. Bei den 10- bis 14-Jährigen sind es auch schon 6074 ermittelte Täter.

Erwachsene Bezugsperson
Nach diesen Ergebnissen zerbrach sich Winkler-Kirchberger mit ihrem Team den Kopf und möchte ein neues Projekt ins Leben rufen: "Beim Patenschaftsprojekt sollen Freiwillige jeweils ein gefährdetes Kind begleiten und versuchen, ein Vertrauter zu sein. Es soll mit Problemen zu dem Paten kommen können." So sollen die Jugendlichen aus ihrer Krise herausfinden und den Start ins Leben wagen.

von Jasmin Gaderer, "OÖ-Krone"
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Sonntag, 01. August 2021
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