11.12.2018 12:06 |

Seit 1977 unterwegs

Sonde „Voyager 2“ hat unser Sonnensystem verlassen

Zum zweiten Mal in der Geschichte der Menschheit hat eine Raumsonde unser Sonnensystem verlassen: „Voyager 2“ habe nach mehr als 41 Jahren Flugzeit die Grenze zum äußeren Weltall - die sogenannte Heliopause, eine schützende „Blase“ um unser Zentralgestirn - überquert, berichtete die US-Raumfahrtbehörde NASA am Montag. Das zeige eine Analyse von Daten, die die 1977 gestartete Sonde zur Erde gefunkt hat.

Bereits am 5. November habe „Voyager 2“ die Heliosphäre, verlassen und sei nun mehr als 18 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, teilte die Leiterin der zuständigen NASA-Abteilung, Nicky Fox, mit. Trotz der enormen Entfernung zur Erde könne man noch immer mit der Sonde kommunizieren - allerdings dauert jede Übertragung von Information rund 16,5 Stunden, erläuterte die Forscherin.

So weit wie „Voyager 2“ kam bisher nur „Voyager 1“, die im Sommer 2012 die Heliopause passierte. „Dieses Mal ist es sogar noch besser für uns“, weil das sogenannte Plasma Science Experiment (PLS) noch funktioniere, sagte Fox. Die Messungen des Instruments ermöglichten einen „noch nie da gewesenen Blick in wahrlich unerforschtes Gebiet“. Bei „Voyager 1“ war das PLS bereits 1980 ausgefallen und damit lange, bevor die NASA-Sonde die Heliosphäre erreichte.

„Voyager 2“ startete ihre Reise vor 41 Jahren
Beide Sonden waren 1977 - „Voyager 1“ am 5. September und „Voyager 2“ am 20. August - auf ihre Mission zur Erforschung der Planeten Jupiter und Saturn geschickt worden. Eigentlich war die Mission des Duos nur auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt, doch die Sonden erwiesen sich als ausgesprochen robust. In Anbetracht ihres hohen Alters von inzwischen 41 Jahren seien sie immer noch „sehr gesund“, erklärte die US-Expertin Suzanne Dodd. Um Strom zu sparen, muss die NASA allerdings immer wieder Instrumente ausschalten. Auf diese Weise könnten „Voyager 1“ und „Voyager 2“ weitere fünf bis zehn Jahre überdauern.

Goldene Patten mit Botschaften an Bord
Beide Sonden haben eine Botschaft an mögliche außerirdische Zivilisationen mit an Bord: je eine vergoldete Kupferschallplatte (Titel: „Laute der Erde“) sowie einen entsprechenden Plattenspieler samt Gebrauchsanleitung. Sie enthalten unter anderem Aufnahmen von Erdgeräuschen (Gewitter, Regen, Tieren) und Botschaften in verschiedenen Sprachen - als Zeugen der Zivilisation auf dem Blauen Planeten.

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