29.11.2018 06:00 |

Wiens Grünen-Chefin

Birgit Hebein - Romantikerin trifft Realpolitik

Birgit Hebein, die neue Chefin der Wiener Grünen, will daran gemessen werden, dass alle Menschen ohne Sorgen einschlafen und aufwachen können. Diese Romantik trifft jetzt auf Realpolitik. Wie die künftige Vizebürgermeisterin mit der SPÖ regieren und gleichzeitig die Grünen retten will, erzählt sie der „Krone“.

„Krone“: Frau Hebein, wann wird in Wien neu gewählt?
Birgit Hebein: Rot-Grün arbeitet selbstverständlich bis zum letzten Tag, bis 2020, zusammen. Derzeit an der Mindestsicherung. Wien geht hier einen menschlichen Weg.

Wie sieht dieser Weg aus?
Wir prüfen das Bundesgesetz mit SPÖ-Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und werden gemeinsam handeln. Das Gesetz ist eine eiskalte Politik der Bundesregierung. Es trifft alte Leute, kranke Leute, Menschen mit Behinderungen und Kinder. Wir haben eine Wiener Mindestsicherung, die Menschen in Notsituationen nicht im Stich lässt. Und die Zahl der Bezieher geht zurück. Wien wird weiterhin einen sozialen Weg gehen.

Rot-Grün ist sich gegen Türkis-Blau einig, aber zwischen Rot und Grün wird es schwierig mit Ihrem sehr linken Kurs und Bürgermeister Michael Ludwig. Sie stecken in der Zwickmühle, die Grünen profilieren zu müssen und mit der SPÖ zu regieren.
Wir treffen die Entscheidungen gemeinsam.

Unterstützen Sie die SPÖ bei der Ausweitung des Alkoholverbots?
Es ist kein Geheimnis, dass ich nicht für Alkoholverbote stehe. Wir haben uns jetzt geeinigt, dass wir vor Ort verstärkt in soziale Maßnahmen investieren.

Und der Lobautunnel?
Es ist kein Geheimnis, wie wir Grünen dazu stehen.

Herr Ludwig will den Wien-Bonus ausweiten. Sie auch?
Der Wien-Bonus, also die Bevorzugung von Menschen, die länger in Wien sind, war ein Wunsch von Herrn Ludwig, nicht von mir. Wir haben Überlegungen. Meine Politik ist es aber, weder meinen Leuten noch dem Koalitionspartner etwas medial auszurichten.

Experten wittern da Koalitionskrach und Neuwahlen. Wie stehen Sie eigentlich zum Kopftuchverbot?
Ich bin gegen ein Kopftuch und gegen ein Verbot. Wien hat, glaube ich, pro Jahr einen konkreten Fall, in dem es darum geht, das mit den Eltern zu lösen und das Kind zu schützen. Die Bundesregierung hat bis heute keine Zahlen geliefert.

Was sind denn Ihre Ideen für Wien?
Ich will das Soziale mit dem Ökologischen verbinden. Wir haben es geschafft, dass in Wien niemand im Winter erfrieren muss. Ich möchte alles dazu beitragen, dass auch im Sommer niemand bei der Hitze zu Schaden kommt. Die Klimakrise trifft alle. Ich möchte, dass alle Menschen ohne Sorgen einschlafen und aufwachen. Daran möchte ich gemessen werden.

Sie haben die Unterstützung von Grünen und NGOs. Wer soll Sie 2020 wählen?
Bei mir haben sich Lehrer, Verkäufer, Rechtsanwälte, Ärzte und Bio-Bäuerinnen gemeldet, die mich unterstützen. Ich will möglichst viele von der grünen Idee überzeugen. Meine Stärke sind direkte Begegnungen.

Maida Dedagic, Kronen Zeitung

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