Do, 21. Februar 2019
11.11.2018 08:28

Schon 25 Tote

Feuerhölle in Kalifornien: „Wie eine Apokalypse“

Bei den verheerenden Waldbränden in Kalifornien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 25 gestiegen. Allein in der Gegend um die Ortschaft Paradise im Norden des US-Bundesstaates seien mittlerweile 23 Opfer geborgen worden, teilte die Feuerwehr von Butte County am Samstagabend mit. In den ausgebrannten Häuserruinen werden noch mehr Opfer befürchtet, es gibt noch keine Entwarnung. Dutzende Menschen gelten als vermisst.

Jeff, ein Künstler, der im Norden von Los Angeles lebt und dessen Tonstudio vermutlich ein Raub der Flammen wurde, fasst zusammen, was manche dieser Tage hier denken: „Es ist wie eine Apokalypse: die Feuer, die Schüsse in der Bar und gestern ist ein Kleinflugzeug auf einem Freeway gelandet“, sagt er. „Es sind wilde Zeiten.“

Wind facht die Flammen immer wieder an
Wegen starken Windes und geringer Luftfeuchtigkeit würden die Brände und die Ausbreitungsgeschwindigkeit weiter extrem bleiben. Darüber hinaus wurden im von Flammen heimgesuchten Küstenort Malibu zwei weitere Menschen tot aufgefunden, wie Polizeichef John Benedict vom Bezirk Los Angeles mitteilte.

Die Feuerwehr teilte weiter mit, bei den 23 Opfern des sogenannten Camp Fire in Paradise handle es sich um Zivilisten, darüber hinaus seien drei Feuerwehrleute verletzt worden. Mehr als 6400 Wohnhäuser seien den Flammen seit Donnerstag zum Opfer gefallen, rund 15.000 Gebäude seien bedroht. Im Kampf gegen die Flammen seien mehr als 4000 Feuerwehrleute im Einsatz.

„Ausmaß der Zerstörung kaum zu beschreiben“
Damit zählt die Feuerkatastrophe in Paradise zu den schlimmsten Flächenbränden in der Geschichte des Westküstenstaates. Das Ausmaß der Zerstörung sei kaum zu beschreiben, sagte die Bürgermeisterin der kleinen Gemeinde dem US-Sender CNN. Auch ihr Haus sei abgebrannt, ebenso hätten alle Mitglieder des Stadtrats ihre Häuser verloren, teilte Jody Jones mit. Ihnen stehe „harte Arbeit“ bevor, den Ort wieder aufzubauen.

In der Region am Nordrand von Los Angeles schlugen zwei Flächenbrände Zehntausende Menschen in die Flucht. Das sogenannte Woolsey-Feuer (Bild unten) verkohlte bis Samstagabend eine Fläche von mehr als 280 Quadratkilometern. Mindestens 150 Häuser seien abgebrannt, teilte die Feuerwehr mit. Rund 50.000 Gebäude seien noch in Gefahr. Bei abflauenden Winden meldeten die Löschteams aber erste Fortschritte. Die Feuersbrunst sei jetzt zu fünf Prozent eingedämmt, hieß es.

Dutzende Häuser in Promi-Ort Malibu abgebrannt
Für mehrere Ortschaften, darunter auch der Promi-Ort Malibu, galt am Wochenende weiterhin ein Räumungsbefehl. Dutzende Häuser seien dort abgebrannt, sagte der Bürgermeister. Er wies die Bewohner an, sich vorerst fernzuhalten.

Viele Prominente haben an der Küste und im angrenzenden Hügelland teure Villen. Stars wie die Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga, der Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro und die TV-Persönlichkeiten Caitlyn Jenner und Kim Kardashian waren von den Evakuierungen betroffen. Martin Sheen erklärte in einem Interview, dies sei das schlimmste Feuer, das er in 48 Jahren in Malibu erlebt habe. Er habe wenig Hoffnung, dass sein Haus noch stehe.

Trump greift Behörden an
US-Präsident Donald Trump warf den zuständigen Behörden in Kalifornien Missmanagement vor. „Es gibt keinen Grund für diese massiven, tödlichen und teuren Feuer in Kalifornien außer dem schlechten Forstmanagement“, schrieb Trump auf Twitter. Milliarden Dollar würden jährlich ausgegeben und trotzdem würden so viele Menschen sterben. Er drohte dem von den Demokraten regierten Staat mit dem Entzug von Bundesmitteln.

Der Verband der Feuerwehrleute in Kalifornien (CPF) konterte scharf: Trump habe eine „uninformierte politische Drohung gegen die unschuldigen Opfer dieser verheerenden Feuer“ ausgesprochen, sagte CPF-Chef Brian Rice. Dies sei auch ein „schmählicher Angriff“ auf die Feuerwehrleute, die ihr Leben riskieren würden.

Auch in den sozialen Medien empörten sich viele über Trumps Reaktion. „Dies ist eine absolut herzlose Antwort“, schrieb die Sängerin Katy Perry auf Twitter (siehe oben). Stunden später schlug der US-Präsident einen anderen Ton an und drückte den Feuerwehrleuten und den Betroffenen sein Mitgefühl aus. „Die Zerstörung ist katastrophal. Gott schütze alle“.

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