15.10.2018 11:11 |

Großer Stein im Mund

Archäologen legen Grab von „Vampir-Kind“ frei

US-Archäologen haben gemeinsam mit italienischen Kollegen Hinweise auf ein „Vampir-Begräbnis“ entdeckt. Sie fanden in der sogenannten Necropoli dei Bambini („Friedhof der Kinder“) nahe der Ortschaft Lugnano in Teverina, rund 60 Kilometer südlich von Perugia, das Skelett eines zehnjährigen Kindes, bei dem man wohl die Angst hatte, dass es als Vampir oder Wiedergänger (Untoter) in die Welt der Lebenden zurückkehren könnte.

Um genau das zu verhindern, hat man vor 1500 Jahren einen großen Stein in den Mund des Kindes, das vermutlich während einer Epidemie gestorben war, gesteckt, um zu verhindern, dass es als Untoter die Lebenden heimsucht und diese mit der Krankheit ansteckt. Erste Untersuchungen der Knochen hätten gezeigt, dass das Kind - sein Geschlecht wurde noch nicht bestimmt - wahrscheinlich an Malaria gestorben ist, so die Wissenschaftler.

Mit diesem Vorgehen erhoffte man sich damals wohl, dass man Epidemien eindämmen könne, berichtet das Team um David Pickel von der Stanford University und David Soren von der University of Arizona in einer Aussendung. „Ich habe so etwas noch nie gesehen. Das ist extrem selten und ziemlich gruselig“, wird Soren zitiert.

Bis dato waren die Wissenschaftler der Ansicht gewesen, dass am „Friedhof der Kinder“ in Lugnano in Teverina nur Föten, Säuglinge und Kleinkinder bestattet wurden. Der neue Fund lege aber nahe, dass er auch zur Beisetzung älterer Kinder genutzt wurde.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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