Do, 13. Dezember 2018

Umstrittene Aktion

07.10.2018 18:43

Juden gründen eigene Gruppe bei rechter AfD

Von Protestmärschen gemeinsam mit Rechtsextremen über lautstarke Kritik am Holocaust-Mahnmal in Berlin bis hin zur Verharmlosung des Nationalsozialismus durch den Parteichef - unter diesen Vorzeichen mag es unglaublich klingen, ist aber dennoch wahr: Die rechte AfD hat auch Juden als Mitglieder, die sich jetzt zu einer Bundesvereinigung innerhalb ihrer Partei zusammengeschlossen haben und sich laut aktuellen Plänen „Juden in der AfD“ (JAfD) nennen werden.

„Die AfD ist nicht koscher“: Mit Transparenten mit Sprüchen wie diesem haben zahlreiche Menschen in Deutschland am Sonntag gegen die umstrittene neue Vereinigung innerhalb der rechten Partei demonstriert. Zu der Versammlung selbst waren rund zwei Dutzend AfD-Mitglieder und eine Vielzahl an Journalisten gekommen. Bewacht wurde die Veranstaltung von 20 Polizeiwagen, wie die „Bild“ berichtete.

Voraussetzung für eine Aufnahme in die Bundesvereinigung sei neben der AfD-Mitgliedschaft eine ethnische oder eine religiöse Zugehörigkeit zum Judentum, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Wolfgang Fuhl. Die Bundesvereinigung will sich nach bisherigen Plänen den Namen JAfD geben, wie der Beisitzer im Vorstand, Leon Hakobian, sagte.

Jüdisch sein und AfD-Mitglied - passt das zusammen?“
Die Zeitung stellt auch gleich eine berechtigte Frage: „Jüdisch sein und AfD-Mitglied - passt das zusammen? Ist die AfD nicht eine antisemitische Partei?“ Die Vorsitzende der „Juden in der AfD“, Vera Kosova, sagte nach der Gründung in Wiesbaden, die Partei distanziere sich von Antisemitismus in jeglicher Form. Mehrere jüdische Organisationen hatten allerdings mit scharfer Kritik auf die Ankündigung reagiert, diese Vereinigung zu gründen.

Dass es Antisemiten in den Reihen der AfD gibt, würden dem Bericht zufolge auch deren jüdische Mitglieder einräumen. So lief etwa gegen einen ehemaligen Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg ein letztlich erfolgloses Ausschlussverfahren wegen Antisemitismus. Daran mitgewirkt hat auch Alexander Beresowski, Mitglied der jetzigen JAfD-Gründung. Einzelfälle wie dieser seien nicht repräsentativ für die AfD und würden überbetont, um der gesamten Partei Antisemitismus zu unterstellen, so Beresowski.

Judenhass durch Muslime im Fokus
Fest steht: Die AfD thematisiert Judenhass durch Muslime mehr als jede andere Partei. Vielen Mitgliedern sei dabei ein ehrlich gemeintes proisraelisches Engagement tatsächlich nicht abzusprechen, heißt es bei der „Bild“. Doch andere Parteien und auch die offiziellen jüdischen Verbände werfen der AfD vor, ihr Bekenntnis zu Israel beruhe nicht auf Sympathie für Juden, sondern auf Hass gegen den Islam.

Dieser würde sich auch in der vorläufigen Grundsatzerklärung der Juden in der AfD zeigen, die der Zeitung vorliegt. Eine halbe Seite von lediglich zwei ganzen Seiten des Papiers widmen sich demnach nur dem Thema Judenhass im Islam. Ein Zitat: „Völkermord an Juden auf Befehl des Islamgründers Mohamed.“ Und weiter ist zu lesen: Kein in Deutschland lebender gläubiger Jude könne „der durch Gender-Mainstreaming und Frühsexualisierung betriebenen Zerstörung der traditionellen, monogamen Familie gelassen zusehen“.

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