Di, 23. Oktober 2018

Mordversuch angeklagt

21.09.2018 13:38

Ehemann stach Frau in Linzer Diskontmarkt nieder

„Die Frau hatte in dieser Beziehung ein einziges Mal Glück gehabt, als sie durch eine Notoperation überlebte“, sagt der Linzer Staatsanwalt Alfred Schaumüller. Die 35-jährige Kroatin wurde in der Ehe mit dem Angeklagten (36) über Jahre hinweg bedroht, geschlagen und vergewaltigt. Am 7. Dezember des Vorjahres erreichte der Konflikt den blutigen Höhepunkt: Armed Z. verfolgte sie bis zu ihrem Arbeitsplatz, schoss mit einer Schreckschusspistole auf sie und stach mehrmals auf sie ein.

Mordversuch, mehrfache Vergewaltigung und Hausfriedensbruch klagt der Staatsanwalt beim Prozess vor Richterin Margit Kreuzer an. Ungewöhnlich lange schildert er die gewaltgeprägte Vorgeschichte der Bluttat, damit sich die Geschworenen ein Bild machen können. Die Ehe des Angeklagten war geprägt von Gewalt und Drohungen. Sechs Betretungs- und Aufenthaltsverbote wurden ausgesprochen. Einmal flüchtete die zweifache Mutter ins Frauenhaus. Die letzte der acht Verurteilungen wurden wegen Gewalt gegen die Ehefrau ausgesprochen. Bei anderen Anzeigen wollte die Frau jedoch nicht gegen ihren Mann aussagen, weil sie weitere Gewalt fürchtete.

Wenige Tage vor der Tat soll der gebürtige Albaner gedroht haben: „Du lässt mir keine andere Wahl. Ich muss dich umbringen“, so Staatsanwalt Schaumüller. Am 7. Dezember setzte er die Drohung in die Tat um. Stürmte in den Diskontmarkt, wo seine Frau arbeitete, feuerte mit einer Schreckschusspistole auf sie. Als sie stürzte, versetzte er ihr mit einem Klappmesser lebensgefährliche Stiche in den Hals, die Brust, und den Bauch.

Zu Beginn der Verhandlung erklärt sich Armed Z., der nach der Tat ins Ausland flüchtete, am Freitag in den meisten Anklagepunkten nicht schuldig. Ja, er versucht sich sogar als Opfer in der Ehe darzustellen. Verteidiger Andreas Mauhart: „Er sagte mir, dass die Ehe für ihn die Hölle war. Seine Frau habe ihm gedroht, dass er wegen seiner Drogen in die Psychiatrie und ins Gefängnis kommt, wenn er nicht macht, was sie verlangt.“

Von Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner wurde Armed Z. als höchst gefährlich eingestuft. Sie stellte eine dissoziale Persönlichkeitsstörung, mangelndes Schuldbewusstsein und Einfühlungsvermögen fest. Das zeige sich auch in einer gewissen Beliebigkeit seiner Aussagen. Davon konnten sich die Geschworenen schon in den ersten Minuten des Prozesses ein Bild machen.

Die Verhandlung ist für drei Tage anberaumt. Fortsetzung am 3. Oktober.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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