Sa, 17. November 2018

Dornenkronen-Plage

13.09.2018 13:23

Killer-Roboter soll gefräßige Seesterne töten

Mit ihren teils schillernden Farben passen die stacheligen Dornenkronenseesterne an sich optisch gut ins bunte Great Barrier Reef vor Australien. Doch wenn die giftigen Stachelhäuter - wegen fehlender Feinde - in Massen auftreten, sind sie für Riffe eine echte Plage. Rund 40 Prozent aller Korallen, die das Great Barrier Reef zwischen 1985 und 2012 eingebüßt hat, fielen den gefräßigen Seesternen zum Opfer. Ein Roboter mit Lizenz zum Töten soll nun ihre Ausbreitung eindämmen.

In Zusammenarbeit mit Google und der Great Barrier Reef Foundation haben Forscher an der Queensland University of Technology (QUT) einen Unterwasser-Roboter entwickelt, der mittels Tablet durch Korallenriffe gesteuert werden kann, um Dornenkronenseesterne aufzuspüren und zu töten. Die sogenannten RangerBots können die Tiere mit einer Zuverlässigkeit von 99,4 Prozent erkennen und verpassen ihnen eine tödliche Injektion.

„Wir haben den RangerBot so trainiert, dass er Dornenkronenseesterne erkennt - und zwar nur diese korallenzerstörenden Seesterne. Er lernt ähnlich wie Menschen, zwischen verschiedenen Meereslebewesen zu unterscheiden“, erläutert QUT-Ingenieur Matthew Dunbabin (Bild unten), der den gelben Unterwasser-Roboter entwickelt hat.

Bis zu acht Stunden Tauchdauer
Mit einer Batterieladung kann der 75 Zentimeter lange und rund 15 Kilogramm schwere Roboter bis zu acht Stunden tauchen. Auch Nachteinsätze seien möglich, selbst in Gewässern mit Haien und Krokodilen, so die australischen Wissenschaftler. Mit dem RangerBot könne man bedrohte Riffe auch auf andere Gefahren hin inspizieren, etwa Korallenbleiche, Versandung oder andere Schädlinge, heißt es.

Seesterne fallen wie Heuschreckenschwärme ein
Dornenkronenseesterne sind Seesterne mit bis zu 23 Armen, die bis zu 40 Zentimeter Durchmesser erreichen können. Wenn das Ökosystem aus dem Gleichgewicht ist und ihre natürlichen Feinde wie Riesenmuscheln und -schnecken dezimiert sind, vermehren sich die Tiere rasch und fallen - ähnlich wie Heuschreckenschwärme an Land - zu Hunderttausenden ein. Ein einziger Dornenkronenseestern kann am Tag eine faustgroße Koralle vertilgen.

Korallenriff bereits seit 1981 Weltnaturerbe
Das Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt und erstreckt sich von Cairns im Nordosten Australiens über 2600 Kilometer Richtung Süden. Mehr als zwei Millionen Besucher zieht das Riff, das 1981 zum Weltnaturerbe erklärt wurde, jährlich an.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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