20.12.2009 20:59 |

"Flopenhagen"-Gipfel

Obama sieht Klima-Konferenz als vollen Erfolg

Der UNO-Gipfel zur Rettung der Menschheit ist vorbei! Und er wird als rabenschwarzes Kapitel und Schande von Kopenhagen in die Geschichte des Klimaschutzes eingehen! In den letzten Stunden seines Bestehens verkam das Öko-Treffen in Dänemark zur traurigen Lächerlichkeit. Denn aus dem Minimalkonsens wurde ein glattes Desaster. US-Präsident Obama sprach hingegen von einem "Durchbruch".

Für US-Präsident Barack Obama ist die Kopenhagener Klimavereinbarung trotz fehlender verbindlicher Vorgaben zur Reduzierung von Treibhausgasen ein voller Erfolg. "Dieser Durchbruch legt den Grundstein für das internationale Handeln in den kommenden Jahren", sagte Obama nach seiner Rückkehr von den Klimaverhandlungen. Auf diesen Impuls müsse aufgebaut werden - als Ziel für den US-Kongress nannte er die Verabschiedung verbindlicher Einschnitte für den Ausstoß von Schadstoffen. Gegen die globale Erderwärmung müsse mehr getan werden, sagte er.

Klimaschützer ziehen freilich eine andere Bilanz. „Da wurde in geradezu kindischer Manier gestritten und wie auf einem Bazar gefeilscht. Mutter Erde ist bei all diesen Querelen auf der Strecke geblieben“, bestätigen der WWF-Experte Markus Niedermaier und sein GLOBAL-2000-Kollege Manuel Graf.

„Es ist hier in Kopenhagen offenbar wirklich mehr um nationalstaatliche Eitelkeiten als um das große Gesamtziel eines Klimaschutzabkommens zur Rettung der Erde gegangen“, zog Österreichs Umweltminister Niki Berlakovich am Samstagvormittag resignierend Bilanz. „Es ist ein schwarzer Tag für den Klimaschutz.“

Mini-Kompromiss hat lediglich den Rang einer "Erklärung"
Wie berichtet, hatte US-Präsident Barack Obama im Alleingang – also ohne die EU – einen Deal mit Chinas Regierungschef Wen Jiabao ausgehandelt. Zum Ärger mancher Schwellenländer, die dann prompt zu Protesten aufriefen. Angeführt von Venezuelas linkslinkem Präsidenten Hugo Chavez probten Länder wie Kuba, Bolivien und der Sudan (berüchtigt für seine gewaltigen Umweltsünden) den Aufstand. Damit stand zuletzt nicht einmal dieser Mini-Minimalkompromiss zur Debatte. Jetzt wird das UNO-Klimaschutzabkommen nur noch als Erklärung verkauft.

Die Staatengemeinschaft einigte sich lediglich auf das lauwarme Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Ohne sich freilich auf irgendeine rechtlich bindende Form der Maßnahmen zu verpflichten. Umweltminister Berlakovich sprach schockiert von einem schweren Rückschlag für den Klimaschutz, und dass zwei Jahre Vorbereitungszeit umsonst gewesen seien. Kanzler Faymann sah es nicht so düster: „Ein wichtiger Zwischenschritt, wir brauchen als Nächstes aber ein verbindliches Abkommen."

Gipfel verursachte 150.000 Tonnen CO2
Laut Berechnungen von Greenpeace und WWF hat der unnütze Klimagipfel in Kopenhagen dazu geführt, dass weit mehr als 150.000 Tonnen Treibhausgase sinnlos in die Atmosphäre geblasen wurden. Durch Tausende, aus jetziger Sicht völlig unnötige Flugstunden, Autofahrten und vieles mehr.

von Mark Perry (Kronen Zeitung) und krone.at

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