06.09.2018 06:00 |

Albaner geschleust

Polizei sprengt dreisten serbischen Schlepperring

Monatelang war man ihr auf der Spur - jetzt klickten in Serbien für eine dreiste Schlepperbande die Handschellen. Die siebenköpfige kriminelle Vereinigung soll im großen Stil Wirtschaftsflüchtlinge aus Albanien über den Kosovo, Serbien und Ungarn nach Wien geschleust haben. Für satte 3000 Euro pro Kopf!

Schwerst bewaffnet stürmten die Spezialeinheiten mehrere Häuser und Wohnungen in Subotica im Norden Serbiens. Und überraschten damit die sieben hauptverdächtigen Mitglieder einer Schlepperbande im wahrsten Sinne des Wortes im Schlaf.

Bis zu 3000 Euro pro Schleusung
Über viele Monate hinweg sollen sich die nun gefassten Männer eine goldene Nase verdient haben - mit illegalen Reisen nach Wien. Aber nicht etwa für Kriegsopfer aus Syrien oder dem Irak - sondern für Wirtschaftsflüchtlinge aus Albanien, die sich in Österreich ein besseres Leben erhofft haben. Die Kunden, die pro Kopf bis zu 3000 Euro für eine Schleusung auf den Tisch legen mussten, wurden in ihrer Heimat abgeholt und über den Kosovo in einem ersten Schritt nach Serbien transportiert. Hier wurden die Illegalen schließlich von ihren Schleppern in (mehr oder weniger) geheimen Unterkünften, teils sogar in kleinen Hotels, in Subotica „zwischengelagert“.

Über Serbien und Ungarn nach Österreich
Vom Norden Serbiens aus ging es für die albanischen Staatsangehörigen schließlich in Gruppen über die nur rund zehn Kilometer entfernte Grenze zu Ungarn. Mit gefälschten serbischen Dokumenten ausgestattet - für den Fall einer Kontrolle - wurden sie von hier dann weiter in Richtung Österreich geschleust.

Wie viele Kunden genau auf diese Weise von der Schlepperbande nach Wien gebracht worden sind, sollen die nun laufenden „eindringlichen Befragungen“ zeigen. Fest steht laut einem heimischen Ermittler allerdings, dass die Zahl der auf heimischem Boden aufgegriffenen Albaner in diesem Jahr spürbar angestiegen ist.

Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung

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