Ein Satellitenfoto vom Ararat, dem höchsten Berg der Türkei, hat eine neue Suchaktion nach der Arche Noah ausgelöst. Ein amerikanisch-türkisches Forscherteam glaubt, auf dem Foto die Überreste der Arche im Schnee und Eis des Ararats zu erkennen und will sich jetzt auf den Weg dorthin machen und eines der ältesten biblischen Rätsel lösen.
Die Expedition unter Leitung des türkischenArchäologen Ahmet Arslan soll am 15. Juli starten und wirdvon dem Geschäftsmann und katholischen Aktivisten DanielMcGivern in Honolulu finanziert, berichtete ein Lokalsender desRadionetzwerkes NBC auf Hawaii am Donnerstag.
Viel Zweifel am Erfolg Bereits 1949 hatten Aufnahmen der US Air Force einevon Eis bedeckte Struktur in der Form eines Schiffes auf dem Bergerkennen lassen. Die US-Regierung gab einige dieser Fotos 1997frei. Experten nannten die Bilder jedoch "nicht beweiskräftiggenug". Zahlreiche Wissenschaftler bezweifeln die Legende, dassdie Arche am Berg Ararat zu finden ist. Es gebe keinen geologischenNachweis für die Theorie, dass die Erde so hoch überflutetgewesen sein könnte. Außerdem sei es unwahrscheinlich,dass ein Holzschiff, das verfault, 100.000 Jahre unter der Erdeüberstehen kann.
Über die Arche Noah berichtet das biblischeBuch Genesis. Als "auf der Erde die Schlechtigkeit der Menschenzunahm", soll Noah, einer der Urväter der Menschheit, imAuftrag Gottes eine Arche gebaut haben, um dem göttlichenStrafgericht zu entgehen. Nur Noah, seine Familie und ein Paarvon jeder auf der Erde existierenden Tierart sollten so vor dervierzigtägigen, die gesamte Erde überschwemmenden Sintflutgerettet werden. Noahs dreistöckiges Schiff bestand aus Zypressenholzund maß nach biblischer Überlieferung dreihundert maldreißig Ellen (eine Elle = 60 bis 80 Zentimeter). Als dasWasser wieder sank, soll die Arche auf dem Berg Ararat gelandetsein.
Der Beweis für die weithin als Mythos betrachteteBibelpassage wäre für den bekennenden Christen aus Honoluluein großer Erfolg. "Ich hoffe, ich kann den Glauben an Gottin vielen Menschen wecken", zitierte die "New York Daily News"McGivern. "Dies ist eine nicht an die Religion gebundene, wissenschaftlicheExpedition mit dem Ziel, den Nachweis für die Arche Noahan der Spitze des Ararats zu erbringen".
Die Hitzewelle des vergangenen Sommers habe vielvom Schnee auf dem Gipfel des Ararats schmelzen lassen. Daraufhingab McGivern, der Präsident von Shamrock, der Trinity Corporationin Honolulu einen neuen Satz von Satellitenfotos in Auftrag. Sielassen nach Interpretation des Forscherteams eine großeStruktur von knapp 15 Metern Höhe, fast 25 Meter Breite und150 Meter Länge erkennen, schreibt die Zeitung. McGivernverspricht, die Arche nicht ausgraben zu lassen, sollte das Forscherteamsie tatsächlich finden. Wir beseitigen auch keine Artefakte,beruhigt er. "Wir fotografieren sie nur, und hoffentlich kannsie dann jeder sehen".
In den vergangenen Jahrzehnten hat es immer wiederExpeditionen in die Osttürkei gegeben, um die Arche Noahzu finden. Meist waren es amerikanische Wissenschaftler, der ehemaligeAstronaut James Irvin zum Beispiel reiste in den 80er Jahren sechsMal in die Türkei. Die Regierung in Ankara hatte zu Beginnder 80er Jahre Reisebeschränkungen zum Ararat, von dessenGipfel man in die ehemalige Sowjetunion blicken konnte, aufgehoben.Die Expeditionen sind seitdem zu einer Einkommensquelle fürdie Bevölkerung geworden.
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