Sa, 22. September 2018

„Krone“-Kommentar

21.08.2018 16:58

„Wir wollen nach Italien ...“

Die 177 Menschen, die vor vier Tagen von der italienischen Küstenwache im Mittelmeer „gerettet“ und an Bord der Diciotti genommen wurden, sind wohl kaum Flüchtlinge im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention. Sie sind Migranten. Wirtschaftsmigranten, die sich in Europa ein besseres Leben erwarten als in ihren afrikanischen Heimatländern.

Und sie haben dabei offenbar ganz konkrete Vorstellungen. Denn wie jetzt aus Malta bekannt wurde, wollte ein maltesisches Schiff die Migranten aufnehmen. Die aber weigerten sich, an Bord des Schiffes zu gehen. „Wir wollen nach Italien“, teilten sie der Besatzung des maltesischen Schiffes mit. Also würden sie sich auch nur von einem italienischen Schiff „retten“ lassen.

Bei aller Menschlichkeit: Das geht entschieden zu weit. Und es offenbart die tatsächliche Motivation der vermeintlichen Flüchtlinge.

Es kann nicht oft genug gesagt werden: In Libyen oder sonst wo in Nordafrika ein Boot zu besteigen und sich dann „retten“ zu lassen, kann nicht automatisch ein Ticket in die EU sein. Solange diese Praxis nicht endet, werden weiterhin Menschen die - tatsächlich lebensgefährliche - Überfahrt wagen.

Europa muss in den Herkunftsländern kommunizieren, dass Menschen, die illegal versuchen, die EU zu erreichen, auch als Illegale behandelt und in ihre Heimat abgeschoben werden. Das geht freilich nur, wenn die EU gleichzeitig Möglichkeiten zur legalen Migration eröffnet.

Christian Hauenstein, Kronen Zeitung

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