Do, 15. November 2018

Gewinne

20.08.2018 11:11

Amazon macht Rekordgewinn dank Cloud Services

In der Earnings Season gehören die Zahlen des US-Online-Händlers Amazon.com zu den am heißesten erwarteten Veröffentlichungen. Auch am vergangenen Donnerstag wurden die Investoren nicht enttäuscht, als Gründer Jeff Bezos die aktuellen Zahlen zum abgelaufenen 2. Quartal 2018 vorlegte. Mit einem ausgewiesenen Rekordgewinn von 2,5 Milliarden US-Dollar übertraf das Unternehmen nicht nur den bisherigen Rekord aus dem Schlussquartal 2017 (1,9 Milliarden US-Dollar), sondern auch die Erwartungen der Analysten.

Das Zahlenwerk des Handelsriesen hielt jedoch nicht nur positives bereit. In puncto Umsatz verfehlte Amazon die Schätzungen der Analysten. Anders als bei FAANG-Konkurrent Facebook, dessen Kurs nach dem ebenfalls knappen Verfehlen der Umsatzschätzungen um satte 20 Prozent einbrach, reagierte die Amazon Aktie nachbörslich mit einem Kursplus von 4 Prozent.

Amazons Gewinnmaschine läuft dank Amazon Web Services
Es ist noch gar nicht lange her, da galt Amazon als Unternehmen, das trotz steigender Umsätze nicht in der Lage ist Gewinne zu erzielen. Spätestens seit dem Jahr 2017 hat die Unternehmensführung eindrucksvoll belegt, dass die Gewinnmaschine Stück für Stück anläuft und das Unternehmen in seine Börsenbewertung hineinwächst. Lag der Gewinn im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch bei 197 Millionen US-Dollar (0,40 US-Dollar pro Aktie), hat sich dieser binnen eines Jahres mehr als verzehnfacht.

Mit 2,5 Milliarden US-Dollar wies Amazon im Rahmen seiner Quartalszahlen nun zum dritten Mal in Folge einen Quartalsgewinn von über 1 Milliarde US-Dollar aus. Damit aber nicht genug, denn mit einem Gewinn von 5,07 US-Dollar pro Aktie pulverisierte Amazon die mittlere Schätzung der Analysten. Diese hatten mit 2,48 US-Dollar pro Aktie lediglich mit der Hälfte gerechnet. Hauptgewinntreiber war erneut die Cloud Computing Sparte Amazon Web Services (AWS). Der Umsatz kletterte alleine im vergangenen Quartal um 49 Prozent auf rund 6,1 Milliarden US-Dollar.

Auch wenn Amazon Web Services damit nur einen geringen Anteil am Konzernumsatz hat, trägt die Sparte mit 1,6 Milliarden US-Dollar gut 55 Prozent zum Betriebsgewinn bei. Ein Ende der Wachstumsstory ist gerade im Bereich des Cloud Computings nicht in Sicht, denn immerhin legte der Spartengewinn im Vergleich zum 1. Quartal um 80 Prozent zu. Damit ist Amazon im Bereich des Cloud Computings nach wie vor Marktführer unter anderem vor Microsoft und Google.

Rasantes Wachstum auch in anderen Bereichen
Während Strafen seitens der EU jüngst auf die Gewinne der Google-Mutter Alphabet drückten, wächst Amazon derweil zu einem ernsthaften Konkurrenten für das Unternehmen aus Mountain View heran. Immerhin fasst der Konzern zunehmend Fuß im Werbegeschäft. Alleine im zurückliegenden Quartal konnte Amazon den Umsatz im Werbegeschäft auf 2,2 Milliarden US-Dollar steigern und damit mehr als verdoppeln. Auch wenn das Unternehmen zu seinen Margen schweigt, ist davon auszugehen, dass diese üppig ausfallen.

Der Werbemarkt und das Cloud Computing sind aber nicht die einzigen Märkte, auf denen der Konzern außerhalb des Kerngeschäfts Online-Handel aktiv ist. Dem aktuellen Quartalsbericht zur Folge konnten auch die stationären Geschäfte des übernommenen Einzelhändlers Whole Foods ihren Umsatz im abgelaufenen Quartal auf 4,3 Milliarden US-Dollar ausbauen.

Auch Amazon-Prime mit seinen Video-, Musik- und Foto-Diensten entwickelt sich zu einer immer wichtigeren Umsatzsäule, womit sich Amazon auch mit Netflix und Apple weiter um Marktanteile im Entertainment-Sektor streitet. Während Anleger sich höchst zufrieden mit den vorgelegten Zahlen zeigten, wird der amtierende US-Präsident wohl nach wie vor kein Freund des Online-Riesen werden. Wiederholt warf Donald Trump dem Unternehmen via Twitter vor, der US-Post durch zu geringe Preise zu schaden.

Den Äußerungen des Präsidenten, nachdem der US-Postal Service pro Paket jeweils 1,50 US-Dollar Verlust mache, widersprach die USPS-Präsidenten Megan Brennan deutlich. Nichtsdestotrotz baut Amazon aktuell sein eigenes Infrastrukturnetz für den hauseigenen Lieferdienst in Ballungsgebieten aus. Ein weiteres Wachstumsfeld also, das Umsatz und Gewinn durch Kostensenkungen ankurbeln könnte.

Trotz verfehlten Umsatzerwartungen bald wertvollstes Unternehmen der Welt?
Einen Wermutstropfen hatte der Konzern am vergangenen Donnerstag dennoch zu verkünden. Hatten die Analysten im Mittel mit einem Quartalsumsatz von 53,4 Milliarden US-Dollar gerechnet, verfehlte Amazon diese Marke mit 52,9 Milliarden US-Dollar knapp, auch wenn diese beeindruckende Zahl einem Umsatzwachstum von 39 Prozent entspricht. Die positive Reaktion der Anleger, ließ die Aktie bereits am Donnerstag nachbörslich auf ein neues Rekordhoch schnellen.

Mit einer Marktkapitalisierung von nun rund 860 Milliarden US-Dollar nimmt Amazon im Rennen mit Apple um das Erreichen der 1-Billion-US-Dollar-Marke nun zusätzlich Fahrt auf. Wie groß der Einfluss der Technologie-Riesen Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google (FAANG) bereits ist, zeigt die Tatsache, dass diese fünf Aktien bereits ein Gewicht von über 27 Prozent im NASDAQ-100 Index haben.

Trotz der ohnehin schon hervorragenden Performance und des verfehlten Umsatzziels sind die Analysten laut finanzteff.de weiterhin optimistisch und rechnen auch für das nächste Quartal mit einer weiterhin positiven Entwicklung. Während man den Gewinn pro Aktie im Mittel auf 2,87 US-Dollar taxiert, sehen Analysten einen Umsatz von 57,23 Milliarden US-Dollar als realistisch an.

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