Mo, 20. August 2018

Berlin-EM: Vojta 19.

11.08.2018 22:51

17-jähriger Norweger stellt Laufwelt auf den Kopf

Nur einen Tag nach seinem Sieg über 1.500 m hat der 17-jährige Norweger Jakob Ingebrigtsen bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin auch das Rennen über 5.000 m gewonnen. Er setzte sich in 13:17,06 vor seinem Bruder Henrik Ingebrigtsen (13:18,75) durch. Der frühere 1.500-m-Spezialist Andreas Vojta kam in seinem ersten 5.000er bei einer internationalen Meisterschaft in der Saisonbestleistung von 13:42,75 an die 19. Stelle. „Ich war Vorletzter der Meldeliste, jeder Platz besser ist deshalb gut für mich. Ich kann mit meinem Einstieg am 5.000er zufrieden sein“, sagte Vojta (im Video im Interview mit Olaf Brockmann).

Ein Teenager stellt bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin die Laufwelt auf den Kopf. Der 17-jährige Jakob Ingebrigtsen hat nur einen Tag nach seinem Triumph über 1.500 m im Olympiastadion auch die 5.000 gewonnen. Im Goldrausch war am Samstagabend Deutschland mit den Titeln im Weitsprung durch Malaika Mihambo und Hochsprung durch Mateusz Przybylko. 60.500 Zuschauer sorgten für eine großartige Stimmung im Olympia-Stadion.

Gleich drei Ingebrigsten-Brüder waren nach Berlin gereist, am Samstag standen zwei auf dem Podest. Jakob gewann vor 60.500 Zuschauern in 13:17,06 Min. vor Henrik (13:18,75). Der nahm ihm das nicht übel. „Hauptsache, wir haben Gold gewonnen“, betonte der 27-Jährige. Der frühere 1.500-m-Spezialist Andreas Vojta kam in seinem ersten 5.000er bei einer internationalen Meisterschaft in der Saisonbestleistung von 13:42,75 und seiner zweitbesten Zeit auf dieser Distanz überhaupt an die 19. Stelle. 

„Es war das Rennen, das ich am wenigsten haben wollte. Es war eines der schnellsten Rennen in den letzten Jahren. Ich bin das gerannt, was ich kann. Ich bin mein Rennen gelaufen und habe mir gute Partner gesucht, die ich mit den deutschen Läufern gefunden habe. Ich war Vorletzter der Meldeliste, von der Platzierung her ist es deshalb okay. Nicht gut, nicht schlecht. Ich kann mit meinem Einstieg am 5.000er zufrieden sein“, sagte Vojta, der das Rennen von der Stimmung her gleich nach Olympia einstufte: „Das Stadion ist förmlich explodiert!“ 

Andere Dimensionen
Vor Jakob Ingebrigtsen konnte er nur den Hut ziehen. „Das sind andere Dimensionen, selbst auf globalem Level, wenn ein 17-Jähriger die 1.500 und die 5.000 gewinnt. Da kann man sich nur verneigen.“ Vojta nannte das Teilnehmerfeld ein „Sammelsurium an Topläufern“ quer durch die Distanzen, möglich wurde das auch wegen der Ansetzung der Männer-Laufbewerbe. Mit dabei waren u.a. auch 10.000-m-Titelträger Morhad Amdouni aus Frankreich, der Dritter wurde, und Ex-Marathon-Europarekordler Kaan Kigen Özbilen (14.).

Das Sprint-Double in Berlin perfekt machte Dina Asher-Smith, die Britin verteidigte in der Jahresweltbestzeit von 21,89 Sekunden ihren 200-m-Titel erfolgreich. Mit Silber in 22,14 musste sich die Niederländerin Dafne Schippers begnügen, die schon über 100 m gegenüber der 22-jährigen Asher-Smith das Nachsehen hatte und Dritte wurde.

Polen siegt auf 400 und 800
Die 400 m der Frauen gingen in 50,41 Sekunden an die Polin Justyna Swiety-Ersetic, die wenig später auch mit der 4 x 400-m-Staffel triumphierte. Über 800 m bei den Männern verteidigte der Pole Adam Kszczot in 1:44,59 seinen Titel zum zweiten Mal erfolgreich. Die 4 x 400 m bei den Männern wurden eine Beute von Belgien und den Brüdern Dylan, Jonathan und Kevin Borlee. Die Geher-Bewerbe waren in spanischer Hand, über 20 km siegten Maria Perez in 1:26:36 Stunden und Alvaro Martin in 1:20:42.

In den technischen Disziplinen zeichnete sich lange ein Gold-Triple für Deutschland ab. Doch Diskuswurf-Königin Sandra Perkovic ließ sich ihre fünfte EM-Goldmedaille en suite nicht nehmen. Die Kroatin gewann mit 67,62 m vor der Deutschen Nadine Müller (63,00).

Zwei Titel an Deutschland
Zwei Titel wurden vom Gastgeberland aber eindrucksvoll errungen. Im Hochsprung streckte sich der Deutsche Mateusz Przybylko mit einer tadellosen Serie und 2,35 m zu Gold. Zweiter wurde der Weißrusse Maxim Nedasekau mit 2,33. Im Weitsprung landete Malaika Mihambo in ihrem besten Versuch bei 6,75 m und verwies die Ukrainerin Maryna Bech (6,73) auf den Silberrang.

APA/Olaf Brockmann, Kronen Zeitung

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