So, 19. August 2018

20 Menschen starben

06.08.2018 08:33

Piloten des Todesfluges setzten keinen Notruf ab

Nach dem Flugzeugabsturz in den Schweizer Alpen mit 20 Toten, darunter auch ein Ehepaar mit einem Sohn aus Niederösterreich, stehen für die Unglücksermittler viele Fragen offen. Die Piloten der touristischen Maschine setzten, wie berichtet, keinen Notruf ab - was nun zusätzlich für Diskussionen sorgt. Hinzu kommt, dass das Oldtimer-Flugzeug kaum verwertbare Daten liefert.

Anders als moderne Flugzeuge hatte die 79 Jahre alte Maschine, die regelmäßig gewartet wurde, keinen Flugdatenschreiber - die sogenannte Blackbox. Zudem gibt es in Bergtälern wie dem, wo die Maschine abstürzte, nur wenige Radaraufzeichnungen, wie der Unfallermittler der Sicherheitsuntersuchungsstelle berichtete. Die Ermittler müssen das Rätsel somit gänzlich ohne Daten aus dem Cockpit und Sprachaufzeichnungen rekonstruieren.

Kein Signal aus Cockpit
Hinzu kommt die irritierende Tatsache, dass die beiden Piloten im Cockpit auch keinen Notruf absetzten. Der Funk blieb vor dem Aufprall absolut still, wie der Schweizer „Blick“ berichtet. Weil die Piloten von den Ereignissen überrascht wurden und ihnen keine Zeit mehr blieb?

Piloten galten als erfahren
Klar ist, dass sowohl der 62-jährige Pilot als auch der 63-jährige Co-Pilot als
äußerst erfahrene Flieger galten. Beide hatten mehr als 30 Jahre Erfahrung bei der Luftwaffe und in der Zivilluftfahrt. Der Gründer des Vereins der „Tante Ju“-Rundflüge, hält menschliches Versagen daher für unwahrscheinlich.

Auch technische Mängel schließt der Verein eigentlich aus: Das Flugzeug sei seit der letzten Wartung ohne jegliche Mängel erst fünf Stunden geflogen. Auch das Alter der Maschine spielt nach Angaben des Flugermittlers keine Rolle.

Fliegen bei hoher Temperatur anspruchsvoller
Bleibt die Hitze. Bei hohen Temperaturen ist die Luft dünner und das Fliegen anspruchsvoller, weil etwa beim Starten oder in den Kurven weniger Leistung zur Verfügung steht, wie Knecht erklärte. Erfahrene Piloten könnten damit aber umgehen. Die Ermittler werden untersuchen, ob das seit Tagen anhaltende Wetter mit den hohen Temperaturen eine Rolle spielte. „Wir schließen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nichts aus“, sagte Knecht am Sonntag bei einer Pressekonferenz.

Absturz auf 2540 Meter Seehöhe
Die Ju-52 des Baujahrs 1939 war am Samstag in 2540 Metern Höhe an der Westflanke des Berges Piz Segnas abgestürzt. Es ist das schwerste Unglück der Schweizer Luftfahrt seit dem Crossair-Absturz im Jahr 2001. Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild. 
Augenzeugen berichteten, dass das Flugzeug nahezu senkrecht und mit relativ hoher Geschwindigkeit auf den Boden geprallt war.

Auch Österreicher unter Opfern
Unter den Opfern befinden sich acht Paare und vier Einzelpersonen. Neun Männer und acht Frauen aus den Kantonen Zürich, Thurgau, Luzern, Schwyz, Zug und Waadt sowie die drei Österreicher wurden beim Absturz tödlich verletzt. Dazu kommen drei Besatzungsmitglieder aus den Kantonen Thurgau und Zürich.

 krone.at
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