Vier Jahre "tätig"

Die Karriere der Räuber-Brüder: 14 Überfälle

Ein Luxusleben in Thailand unter Palmen und am Sandstrand sollen die beiden Verdächtigen im Bankraub von Blindenmarkt geführt haben. Nur in der Vorweihnachtszeit kamen die Brüder (24 und 26 Jahre) heim – um Banken auszurauben. Wie berichtet, sollen sie seit 2006 zumindest 14 Überfälle verübt haben, ehe sie nach einem Schusswechsel bei Blindenmarkt gefasst wurden.

Bisher gaben die Brüder bei den Einvernahmen erst fünf Banküberfälle zu, geben sich "happig", obwohl Anzahl der Coups und die Höhe der Beute ihre zu erwartende Haftstrafe ohnedies nicht erhöhen würde.

"Bei den Einvernahmen ist es jedoch zu widersprüchlichen Aussagen gekommen und es müssen noch weitere Ermittlungen, Einvernahmen und Spurenauswertungen durchgeführt werden. Insbesondere das Fluchtverhalten und auch die Aufteilung der Beute in den Einzelfällen sind besonders zu durchleuchten. Auch die Herkunft der Waffen – sowohl Faustfeuerwaffen als auch Maschinenpistole – ist noch völlig ungeklärt", berichtete Sicherheitsdirektor Alois Lißl in Abstimmung mit Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt.

Lange "Karriere"
Die Brüder, die auch Kickboxer und Bodybuilder waren, sollen – wie berichtet – ihre Raubserie mit dem Überfall auf das Plus City-Postamt am 16. Dezember 2005 begonnen haben.

Insgesamt sind sie in 14 Fällen in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark verdächtig, wobei sie immer Geldinstitute mit nahen Autobahnanschlüssen auswählten.

So könnte auch der Überfall auf die Raiffeisen-Filiale in Allhaming am 19. November 2007 auf das Konto der Linzer Brüder gehen. Beute damals: etwa 100.000 Euro.

Geld für Leben in Asien
Aber auch die Banküberfälle am 15. Februar 2008 in Katsdorf, am 5. Dezember in Schemmerlhöhe und am 12. Dezember in Sebersdorf (beides Steiermark) sowie am 21. Dezember desselben Jahres in Linz-Keferfeld würden auf die Vorgehensweise der Verdächtigen, für die natürlich die Unschuldsvermutung gilt, passen.

Nach Überfällen sollen sie wieder zurück ins Urlaubsparadies geflohen sein. Doch Fahnder waren ihnen schon auf den Fersen, hatten in der heurigen Adventzeit bereits potentielle Tatorte – also Banken entlang der Autobahnen – im Umfeld von Wr. Neustadt, Graz, Salzburg und dem oberösterreichen Zentralraum observiert.

Als in Blindenmarkt Alarm ausgelöst wurde, konnten Cobra-Fahnder blitzschnell zuschlagen und die Verdächtigen fassen.

von Johann Haginger, "OÖ-Krone"

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