Sa, 17. November 2018

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23.07.2018 14:55

Ungleiche Löhne: Wie lange kann das gut gehen?

Lebenshaltungskosten, Steuern: Dass am Monatsende kaum noch Geld am Konto ist, ist zwar für viele Familien trauriger Alltag, dennoch verdienen Erwerbstätige hierzulande noch immer mehr als im EU-Durchschnitt. Aktuelle Zahlen aus der Schweiz zeigen, wie groß die internationale Lohnschere mittlerweile geworden ist - wie lange kann das bei offenem Zugang in unser Sozialsystem und unseren Arbeitsmarkt noch funktionieren?

Neue Berechnungen des Schweizer Bundesamts für Statistik belegen im Vergleich der mittleren jährlichen Bruttolöhne für Vollzeit-Arbeitnehmer im Industrie- und Dienstleistungssektor die große Lohnschere, die zwischen den EU-Ländern existiert, wie das Schweizer Onlineportal watson.ch berichtet. Besonders drastisch zeigen sich die Unterscheide beim durchschnittlichen Jahresäquivalenzeinkommen im EU-Vergleich.

2233 Euro im Jahr in Rumänien
Für das Jahresäquivalenzeinkommen wird das durchschnittliche Einkommen jedes Haushaltes durch die durchschnittliche Anzahl der Haushaltsmitglieder dividiert - es zeigt also an, wie viel jeder Bürger im Schnitt abzüglich Steuern und obligatorischen Sozialversicherungen zu Verfügung hätte, wenn er alleine leben würde. In Rumänien wären das lediglich 2233 Euro pro Jahr. Im Jahr 2017 betrug etwa das durchschnittliche Jahresäquivalenzeinkommen laut Statistik Austria in Österreich 27.629 Euro. Damit verdient ein Arbeitnehmer im Durchschnitt in Rumänien in einem Jahr etwa das, was ein Österreicher pro Monat verdient.

Österreich auch bei Kaufkraftstandard im Spitzenfeld
Auch im Vergleich des sogenannten Kaufkraftstandards (KKS) liegt Österreich über dem EU-Schnitt. Der KKS wird verwendet, um die Verzerrungen aufgrund von Unterschieden im Preisniveau verschiedener Länder auszublenden und so die Lebens- und Einkommenssituationen besser vergleichen zu können. Beim KKS, der in Euro angegeben wird, liegt Norwegen auf Platz eins, gefolgt von Luxemburg, der Schweiz und Österreich. Schlusslichter sind Bulgarien und Rumänien.

Damit verdient man in Österreich selbst unter Einbeziehung der höheren Lebenshaltungskosten noch immer zwölfmal so viel wie etwa in Rumänien. Eine solche Ungleichheit kann durchaus Mitauslöser von Wirtschaftsmigration sowie dem Zuzug in einen besseren Arbeitsmarkt werden.

Offener Zugang in unser Sozialsystem und unseren Arbeitsmarkt - wie lange kann dieses System noch funktionieren? Ihre Meinung ist gefragt, diskutieren Sie unten mithilfe der Kommentarfunktion mit!

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