Fr, 20. Juli 2018

Reaktionszeit sinkt

11.07.2018 05:01

Studie zeigt: Hitze lässt uns langsamer denken

Hohe Temperaturen vermindern das Denkvermögen. Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer US-Studie, die die morgendliche Reaktionsschnelligkeit von 44 Studenten während einer Hitzewelle in Boston, der Hauptstadt des amerikanischen Bundesstaates Massachusetts, untersucht hat. Umweltmediziner der Harvard T.H. Chan School of Public Health in Boston verglichen dazu zwölf Tage lang die kognitiven Leistungen der Probanden.

Von den Studenten lebten 24 in einem Studentenwohnheim mit Klimaanlage, wo es bei einer Spannweite von 17,5 bis 25 Grad Celsius im Schnitt 21,4 Grad warm wurde. Die 20 anderen wohnten in einem Gebäude ohne Kühlung. Dort lag die Durchschnittstemperatur bei 26,3 Grad Celsius - und reichte von 19,6 bis 30,4 Grad.

Tests auf Smartphones nach dem Aufstehen
Neben den Temperaturen berücksichtigten die Forscher während der zwölf Tage auch die Lärm- und Feuchtigkeitsbelastung in den Räumen sowie die Schlaf-, Trink- und Aktivitätsmuster der Studenten. Diese mussten jeden Morgen gleich nach dem Aufwachen auf ihren Smartphones zwei kurze Tests machen: Die Farbe von Wörtern schnell und richtig erkennen und einfache Rechenaufgaben lösen.

Während der fünftägigen Hitzewelle, die auf fünf Tage sommerliche Normaltemperaturen gefolgt war, stieg die Reaktionszeit der Studenten ohne Klimaanlage deutlich an: Für ihre Antworten in einem Wörtertest brauchten sie gut 13 Prozent länger als ihre Studienkollegen, die kühlere Nächte hinter sich hatten. Um einen ähnlichen Prozentsatz sanken auch ihre bei einem Rechentest erzielten Punkte. Da nur morgens Tests durchgeführt wurden, konnten die Autoren keine Aussagen zur Denkfähigkeit später am Tag machen.

Bemerkenswert: In den ungekühlten Gebäuden stiegen die Temperaturen in den letzten zwei Studientagen sogar noch weiter an, als die Hitzewelle schon wieder abklang. Seniorautor Joseph Allen vom Zentrum für Klima, Gesundheit und globale Umwelt der Harvard T.H. Chan School of Public Health ergänzt: „In Regionen der Welt mit vor allem kühleren Klima sind Gebäude so gebaut, dass sie die Wärme erhalten. Diese Gebäude haben es schwer, die Hitze von heißen Sommertagen wieder loszuwerden.“

Experten empfehlen: Ausreichend trinken!
Die Studie, die erstmals gesunde und junge Menschen untersucht, zeige aber, dass eine sich erwärmende Erde weitreichendere gesundheitliche Probleme mit sich bringen könne als bisher angenommen. Um während Hitzewellen leistungsfähig zu bleiben, empfehlen die Experten: Ausreichend trinken, auf schwere Mahlzeiten verzichten und die Arbeitsphasen, wenn irgendwie möglich, in die kühleren Stunden des Tages legen.

 krone.at
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