Fr, 20. Juli 2018

Vier in Freiheit

08.07.2018 18:15

Höhlen-Drama: Acht Buben müssen noch weiter warten

Die Augen der Weltöffentlichkeit sind auf die überschwemmte Tham-Luang-Höhle in Thailand gerichtet, wo Taucher endlich mit der Rettungsaktion für die seit 16 Tagen eingeschlossenen zwölf Jugendlichen und ihren Betreuer begonnen haben. Am frühen Sonntagabend (Ortszeit) dann die erlösende Nachricht: Die ersten beiden eingeschlossenen Jugend-Fußballer konnten aus der Höhle gebracht werden. Mittlerweile können bereits vier Eingeschlossene wieder Freiheit atmen. Somit sitzen nun noch acht Buben und ihr Trainer in der Höhle fest, die jedoch weiter ausharren müssen - denn die Rettungsaktion kann frühestens am Montag um 8 Uhr morgens (3 Uhr MEZ) fortgesetzt werden.

Insgesamt 18 Rettungstaucher waren in den Morgenstunden zum vermutlich riskantesten Tauchgang ihres Lebens aufgebrochen. Sie sollten die in der Höhle eingeschlossenen Jung-Fußballer wohlbehalten wieder ins Freie bringen. Am Sonntagabend konnten dann die ersten vier der Buben aus der Höhle gebracht werden - Stunden früher als der Krisenstab zunächst angenommen hatte. In früheren Berichten war unter Berufung auf das Verteidigungsministerium von sechs Geretteten die Rede gewesen, bei einer Pressekonferenz korrigierte Einsatzleiter Narongsak Osotthanakorn die Angaben und sprach von vier befreiten Buben. Nähere Angaben zur Identität der Geretteten machte er nicht.

Auf dem Weg ins Freie mussten die Buben in der Höhle rund einen Kilometer durch schlammiges Wasser, gefährliche Engstellen und Strömungen tauchen - eine beachtliche Leistung, hat doch keiner der elf- bis 16-jährigen Buben Taucherfahrung. Experten hatten in den vergangenen Tagen mit ihnen trainiert und ihnen beigebracht, Tauchmasken und Atemgeräte zu benutzen. Alle Buben hätte Atemmasken getragen und seien von den Tauchern durch die Tunnel geleitet worden, sagte Narongsak.

„Buben wurden medizinisch betäubt“
„Die Buben wurden medizinisch betäubt, damit sie nicht in Panik geraten“, sagte der an der Mission beteiligte dänische Taucher Ivan Karadzic. Allerdings waren sie nicht komplett betäubt. Jeder Bub war während des Tauchgangs zudem mit mindestens einer Leine fest mit seinem Retter verbunden.

Die vier geretten Jugendlichen wurden zunächst im Feldlager nahe der Höhle untersucht und dann per Hubschrauber ins nächstgelegene Krankenhaus in der knapp 60 Kilometer entfernten Stadt Chiang Rai geflogen. Angaben von Reportern vor Ort zufolge seien die schwächsten Kinder zuerst aus der Höhle gebracht worden, zwei der Buben befinden sich in „kritischem Zustand“.

Hatte es zunächst geheißen, es könnte zwei bis drei Tage dauern, lief die Rettung der ersten Eingeschlossenen am Sonntag deutlich schneller und besser als erwartet ab - denn der Wasserstand in der Höhle war zuletzt deutlich zurückgegangen. Die meisten der Höhlenabschnitte, die die Buben und ihre Retter passieren müssen, waren vorübergehend wieder begehbar. Bis die übrigen acht Fußballer und ihr Trainer wieder in Freiheit sind, wird es dennoch zumindest bis Montag dauern.

Die restlichen Eingeschlossenen können frühestens am Montag aus der Höhle gebracht werden, wie Einsatzleiter Narongsak bestätigte. Solange würden die Retter für die Vorbereitungen der nächsten Phase der Aktion benötigen, hieß es. Der Einsatz sei für heute beendet, die Rettungsmission werde nach einer 10 bis 12-stündigen Pause fortgesetzt. Grund für die Unterbrechung sei auch, dass die Sauerstoffvorräte von den Tauchern aufgebraucht wurden, wie der Einsatzleiter erklärte. Die Taucher würden vorerst einmal „Gute Nacht“ sagen.

Im Video -  So läuft die Rettung der Buben aus der Höhle:

Starke Regenfälle als wachsende Gefahr
Die Dauer des riskanten Einsatzes hängt auch stark vom Wetter ab. Die Behörden hatten sich am Sonntag zur Rettungsaktion entschlossen, als drohende starke Regenfälle zur wachsenden Gefahr für die in der überfluteten Höhle festsitzende Fußballmannschaft werden. „Ein neues Regenunwetter kommt.“ Wenn sie abwarteten, müssten sie das Wasser wieder rauspumpen, sagte der 
Provinzgouverneur, der von einem „Krieg gegen das Wasser“ sprach.

Eine von der thailändischen Nachrichtenagentur Thai News Ageny veröffentlichte Grafik, stellt die Rettung der Kinder grafisch dar. Titel: „Flaschenhals im Höhlen-Labyrinth“:

Überschwemmungen nach starkem Regen führten dazu, dass die Fußballmannschaft so weit ins Höhleninnere hatte fliehen müssen. Zwar ist das Wetter seit Kurzem wieder besser, auch haben die Einsatzkräfte bereits mehr als hundert Millionen Liter Wasser aus der Höhle gepumpt. Meteorologen befürchten aber, dass es in den kommenden Tagen erneut stark regnen könnte - das wiederum könnte die Höhle weiter überfluten und die Rettung der übrigen Buben erschweren.

 krone.at
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