Fr, 20. Juli 2018

Dutzende Tote

08.07.2018 08:18

„Extrem ernst“: Unwetter halten Japan in Atem

Bei schweren Unwettern mit außergewöhnlich viel Regen sind in Japan mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 44 Personen werden noch vermisst. Der seit Tagen andauernde Regen überflutete Straßen und löste Erdrutsche aus. Berichten zufolge verließen wegen der Wassermassen rund zwei Millionen Japaner ihre Häuser. Der Wetterdienst gab für den Westen des Landes eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe heraus. Die Meteorologen sagten für das gesamte Wochenende weitere heftige Regenfälle voraus.

Die Zahl der Todesopfer aufgrund der Überschwemmungen könnte noch weiter steigen. Viele Überlebende mussten sich auf Dächer von Gebäuden retten, wie der Nachrichtensender NHK am Sonntag berichtete. Tausende Helfer sind im Einsatz. Die Wetterbehörde warnte vor weiteren heftigen Niederschlägen.

Besonders betroffen von den starken Regenfällen war die Region um die Millionenstadt Hiroshima. Allein dort wurden 27 Tote und 21 Vermisste gemeldet. Auf der südwestlichen Hauptinsel Shikoku starben 19 Menschen. Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen. Rund 3,6 Millionen Menschen in 18 Präfekturen waren aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen, unter ihnen alleine 1,8 Millionen in Hiroshima. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, wurden Hunderte Häuser beschädigt, Tausende Helfer waren im Einsatz.

Situation „extrem gefährlich“
Die Situation sei „extrem gefährlich“. Regierungschef Shinzo Abe sagte, dass die Helfer gegen die Zeit arbeiteten. Er hatte das Kabinett angewiesen, unverzüglich Rettungsarbeiten auf den Weg zu bringen.

Tagelange schwere Regenfälle hatten in Teilen Japans zu Überschwemmungen und Erdrutschen geführt, der Wetterdienst sagte für das gesamte Wochenende weitere heftige Regenfälle voraus. Bei Tokio hatte es zudem am Samstag ein leichtes Erdbeben gegeben.

Nur noch Spitzen von Ampeln zu sehen
Brücken wurden von reißenden Flüssen fortgerissen, Straßen unterspült. Ganze Wohngebiete standen meterhoch unter Wasser. In manchen Dörfern waren inmitten der Wassermengen nur noch die Spitzen von Ampeln zu sehen. „Mein Haus wurde einfach weggespült und völlig zerstört“, sagte die 35-jährige Toshihide Takigawa.

Aus den überfluteten Häusern flehten Bewohner per Twitter-Botschaften um Hilfe. „Das Wasser ist bis zur Hälfte des ersten Stockwerks gestiegen“, schrieb eine Frau aus Kurashiki in der Provinz Okayama. „Die Kinder können nicht aufs Dach steigen. Meine Körpertemperatur sinkt. Rettet uns schnell! Helft uns!“

Zwei Millionen Menschen mussten Häuser verlassen
Durch die heftigen Regenfälle wurden Hunderte Menschen verletzt, Dutzende Häuser wurden komplett zerstört. Mehr als zwei Millionen Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Vor allem der Westen des Landes ist betroffen.

In der westlichen Präfektur Okayama wurden rund 200 Menschen, unter ihnen Kinder und ältere Menschen, in einem Krankenhaus eingeschlossen, nachdem ein Fluss über die Ufer getreten war und die Gegend überschwemmte. Eine Krankenschwester berichtete, die Strom- und Wasserversorgung sei unterbrochen, es gebe Engpässe bei der Versorgung mit Lebensmitteln.

Nach Regierungsangaben waren fast 50.000 Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz. Weitere 21.000 Soldaten waren in Alarmbereitschaft. Er habe die Armee angewiesen, alle verfügbaren Mittel für die Rettungsarbeiten einzusetzen, erklärte Verteidigungsminister Itsunori Onodera.

Leichtes Erbeben erschütterte Tokio
Andernorts bebte unterdessen die Erde: Ein Beben der Stärke 5,9 wurde am Samstagabend bei Tokio gemessen, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Das japanische Wetteramt gab keine Tsunami-Warnung heraus, auch Berichte über Verletzte oder schwere Schäden lagen nicht vor. Einwohner der Region Chiba außerhalb von Tokio berichteten lediglich davon, dass Gegenstände von Regalen gefallen seien.

 krone.at
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