Chaos blieb aus, aber:

Ärger im Frühverkehr wegen 250 Zugausfällen

Wien
02.07.2018 11:53

Betriebsversammlungen, bei denen die Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben in ganz Österreich über die Auswirkungen der geplanten Änderungen im Arbeitszeitgesetz betreffend den 12-Stunden-Tag informiert wurden, haben am Montag für zahlreiche Verspätungen und rund 250 Zugausfälle gesorgt. Während bei den ÖBB bereits um 9 Uhr alle Informationsveranstaltungen beendet waren und der Bahnverkehr langsam wieder aufgenommen wurde, standen in Graz alle Straßen- und Autobuslinien der Holding Graz Linien bis kurz vor Mittag still. Auch in Linz kam es zu Behinderungen. Das große Chaos blieb aber aus.

Allein bei den ÖBB wurden zwischen 6 und 9 Uhr rund 200 Versammlungen abgehalten. Auf Twitter informierte das Unternehmen in der Früh über „gravierende Einschränkungen im öffentlichen Frühverkehr“, vor allem in Wien, Graz und Linz. „Die ÖBB tun das Möglichste, um einen reibungslosen Verkehr aufrechtzuerhalten“, hieß es von den Bundesbahnen. Um 8 Uhr früh wurden die Betriebsversammlungen in Wien beendet, um 9 Uhr waren auch jene in Linz und Graz zu Ende. Das große Chaos blieb aus, allerdings kam es nicht nur zu Verspätungen, sondern auch zu zahlreichen Zugausfällen. Die Arbeitszeitpläne der Regierung haben dabei mindestens 10.000 Eisenbahner zur Teilnahme an Betriebsversammlungen bewogen. „Der Zulauf und die Empörung unter den Beschäftigten war bzw. ist groß“, sagte ÖBB-Konzernbetriebsrats- und vida-Chef Roman Hebenstreit.

Pendler können bei Heimreise regulären Betrieb erwarten
Rund 250 der täglich rund 5000 Züge fielen im Montagfrühverkehr aus. Betroffen waren vor allem Linz, Graz und die Schnellbahnen in und um Wien. Dass das große Chaos in der Bundeshauptstadt ausblieb, ist dem Umstand zu verdanken, dass zahlreiche S-Bahn-Passagiere auf die Wiener Linien ausweichen konnten. „Das hat gut funktioniert“, hieß es von den ÖBB. Auch im überregionalen Verkehr wurden einige Ausfälle verzeichnet, der internationale Verkehr war hingegen kaum beeinträchtigt. Bis zum frühen Nachmittag soll sich der Bahnverkehr normalisieren, am späteren Nachmittag bzw. Abend können Pendler „einen regulären Betrieb erwarten“.

(Bild: krone.tv)
(Bild: APA/HELMUT FOHRINGER)

Auch die Mitarbeiter der ÖBB-Postbus GmbH wurden über die Auswirkungen des geänderten Arbeitszeitgesetzes informiert. In 40 Postbusdienststellen fanden dazu in den frühen Morgenstunden Betriebsversammlungen statt. „Wir bitten unsere Fahrgäste um Verständnis dafür“, hieß es vom Zentralbetriebsrat.

In Graz standen Busse und Straßenbahnen am Vormittag still
In Graz verkehrten die Busse und Straßenbahnen der Holding Graz Linien bis 7.45 Uhr im Regelbetrieb, dann kehrten die Fahrzeuge für rund drei Stunden in die Remise zurück. Erst kurz vor Mittag wurde der Betrieb in der steirischen Landeshauptstadt wieder aufgenommen.

Österreichweit wurden Betriebsversammlungen abgehalten. Auch in Graz kam es zu massiven Einschränkungen im Frühverkehr. (Bild: APA/ERWIN SCHERIAU)
Österreichweit wurden Betriebsversammlungen abgehalten. Auch in Graz kam es zu massiven Einschränkungen im Frühverkehr.

„Mitarbeiter müssen informiert werden“
Roman Hebenstreit hatte die Betriebsversammlungen im Montag-Frühverkehr bereits im Vorfeld vehement verteidigt: „Wir haben uns das ja nicht ausgesucht. Wir würden gerne planmäßig fahren. Aber wenn die Regierung überfallsartig über die arbeitenden Menschen drüberfahren will, dann müssen die Mitarbeiter informiert werden. Es ist unsere Pflicht, die Bediensteten über die bevorstehenden Verschlechterungen im Arbeitszeitgesetz zu informieren. Dadurch wird dann leider auch der Betriebsablauf gestört.“

(Bild: krone.tv)
(Bild: krone.tv)

Auch in den anderen von der vida vertretenen Branchen wie u. a. Tourismus, Gesundheits- und Pflegeberufe, Gebäudemanagement, Bewachung, Autobus, Speditions- und Sozialbereich fanden bzw. finden in dieser Woche in ganz Österreich Betriebsversammlungen und Informationsveranstaltungen statt. Hier ist allerdings mit keinen Auswirkungen auf die Verbraucher zu rechnen.

Der 12-Stunden-Tag bzw. die 60-Stunden-Woche könnte zur Gefahr fürs Ehrenamt werden, wenn Millionen Freiwillige schlicht keine Zeit mehr für ihre unbezahlte Arbeit finden.

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