Mo, 15. Oktober 2018

Gewerkschaft warnt

02.07.2018 06:00

12-Stunden-Tag: Vielen Freiwilligen geht Zeit aus

Der 12-Stunden-Tag ist ein Spaltpilz für die Gesellschaft. Und er könnte auch zur Gefahr fürs Ehrenamt werden, wenn Millionen Freiwillige schlicht keine Zeit mehr für ihre unbezahlte Arbeit finden.

Jürgen K. ist Helfer bei der Rettung in Wien und nur einer von 2,3 Millionen Freiwilligen, die unbezahlt in Österreichs Vereinen aktiv sind. K. liebt seinen zweiten „Job“, muss aber in erster Linie mit seinem Brotberuf seinen Lebensunterhalt verdienen. Genau das könnte, wie Greenpeace und Gewerkschaften warnen, künftig zum Problem werden.

Zeitmangel droht
Denn möchte sein Arbeitgeber auf den von der Regierung bald beschlossenen 12-Stunden-Arbeitstag umschwenken, bliebe ihm kaum noch Zeit für sein Hobby als Sanitäter. Eine 60-Stunden-Woche würde reichen - dann passt der Rettungsdienst nicht mehr in seinen Plan. Bei der Vereinbarkeit scheiden sich aber die Geister. Bei den Feuerwehren gäbe es das Problem nicht, da man auch jetzt schon Rücksicht auf flexible Arbeitszeiten nehmen müsse, so Pressesprecher Franz Resperger.

Die Gewerkschaft vida befürchtet hingegen, dass nicht nur der Feuerwehr Freiwillige abhandenkommen könnten. Insgeheim hoffen wohl alle Organisationen, dass die Personalprobleme künftig nicht so groß sind, wie befürchtet werden muss. Fehlt den 2,3 Millionen Zeit fürs freiwillige Engagement, würde vieles nicht mehr so reibungslos wie derzeit funktionieren.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.