Sa, 23. Juni 2018

Mit Spenden finanziert

12.06.2018 21:43

Gymnasium kauft Burkinis für Schwimmunterricht

Ein Gymnasium in Nordrhein-Westfalen hat für den Schwimmunterricht insgesamt 20 Burkinis angeschafft. Die islamkonformen Ganzkörperbadeanzüge sollen muslimischen Schülerinnen bei der Integration helfen und es ihnen ermöglichen, auch am Schwimmen teilnehmen zu können. Die Burkinis wurden aus dem Internet bestellt und kosteten knapp 400 Euro. Das Geld dafür stammt unter anderem aus Spenden und Fördermitteln.  

Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ berichtete, wurden die Burkinis bereits kostenlos an Schülerinnen verliehen. Damit habe laut Schulleiter Volker Gößling nun keiner mehr eine Ausrede, nicht am Schwimmunterricht teilzunehmen. Der Unterricht sei ab der sechsten Klasse zwar verpflichtend, muslimische Schülerinnen hätten jedoch aus Glaubensgründen nicht daran teilgenommen. Ohne Burkinis hätten viele Mädchen nicht mit ihren männlichen Schulkameraden zusammen ins Becken steigen wollen. Dies sei zum Problem für die Klasse geworden. Die islamkonformen Badeanzüge sollen nun Abhilfe schaffen.

Kritik an „schlechtem Signal“ der Schulleitung, aber auch Zustimmung
Erziehungswissenschaftler Klaus Spenlen sieht die Burkini-Aktion laut „WAZ“ allerdings kritisch: „Die Schule handelt im vorauseilenden Gehorsam.“ Laut Spenlen hätten die Pädagogen zuerst versuchen sollen, einen reinen Mädchen-Schwimmunterricht zu organisieren. Von einem „sehr schlechten Signal“ spricht auch Islamkritikerin Mina Ahadi. Den Mädchen werde signalisiert: „Wenn ich nicht den Burkini nehme, bin ich eine schlechte Muslimin und ein schlechter Mensch.“ Vielmehr sollten die Eltern über die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Deutschland aufgeklärt werden. Viele muslimische Eltern seien sogar dafür, dass die Tochter im Bikini schwimmen lernt.

„Wenn die Schüler fernbleiben, ist das auch keine Integration“, meinte Integrationsratsvorsitzende Muzaffer Oruc dazu. Auch Schulleiter Gößling vertritt weiterhin eine klare Haltung: „Bei uns soll jeder schwimmen lernen - und dafür schaffe ich die Bedingungen.“ Von Eltern und Schülern sei die Aktion gut aufgenommen worden.

Burkini-Trägerin durfte im Wiener Stadthallenbad nicht ins Becken
In Österreich ist die rechtliche Lage rund um Burkinis in Schwimmbädern schleierhaft: Es gibt zwar ein religiöses Diskriminierungsverbot gegen Kleidungsstücke. Bäder können aber sehr wohl Hausregeln in ihren Betrieben festlegen - diese betreffen vor allem die Hygienevorschriften, an die sich die Besucher halten müssen. Demnach dürfen durch Kleidung keine zusätzlichen Bakterien in das Badewasser eingebracht werden. Im Wiener Stadthallenbad ist eine Burkini-Trägerin deswegen sogar des Schwimmbeckens verwiesen worden. Seitens der Wiener Sportstätten hieß es als Begründung, dass der muslimische Badeanzug nicht den Hygienestandards entsprochen habe, weil er aus Baumwolle gewesen sei.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.