05.06.2018 13:00 |

Aufbau schon begonnen

Iran kündigt Bau verbesserter Atom-Zentrifugen an

Wie es nach dem Ausstieg der USA mit dem Iran-Atomabkommen weitergehen soll, steht noch in den Sternen. Der Iran setzte nun jedenfalls Maßnahmen, um den Druck auf die verbleibenden Vertragspartner zu erhöhen: Die Atomenergiebehörde wurde informiert, dass das Regime die Zahl seiner Zentrifugen zur Urananreicherung erhöhen wird.

In dem Abkommen hat die islamische Republik zugesagt, die Anzahl der Zentrifugen deutlich zu reduzieren und Uran nicht länger auf 20 Prozent anzureichern. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist ein wichtiger Schritt zur Produktion von atomwaffenfähigem Uran. Im Gegenzug verzichteten die Vertragsunterzeichner auf internationale Sanktionen.

Nach dem Ausstieg der USA hatten Großbritannien, Frankreich, Deutschland, China und Russland zugesagt, sich weiterhin an das Abkommen zu halten - der Iran konterte mit einem Ultimatum an die EU, ihm „Garantien für die Umsetzung des Vertrags“ binnen 60 Tagen abzugeben. Das erweist sich angesichts angekündigter US-Sanktionen als äußerst schwierig.

„Unsere Feinde können unseren nuklearen Fortschritt niemals aufhalten“
Der Iran gießt mit der jüngsten Ankündigung zusätzlich Öl ins Feuer der brisanten Causa. Womöglich könne schon am Mittwochabend in der Urananreicherungsanlage Natanz ein Zentrum zur Produktion von neuen Zentrifugen eröffnet werden. Ein entsprechender Brief mit der Information über diese Absicht sei am Montag an die IAEA übergeben worden, teilte der Chef der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, am Dienstag mit. „Unsere Feinde können unseren nuklearen Fortschritt niemals aufhalten“, ließ der politische und religiöse Führer des Iran, Ali Khamenei, in einer TV-Rede wissen.

Mit den Vorbereitungen zum Bau leistungsstärkerer Zentrifugen zur Urananreicherung sei bereits begonnen worden. Die iranischen Aktivitäten würden sich aber weiter im Rahmen des Abkommens bewegen, versicherte Salehi.

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