Di, 16. Oktober 2018

Während Rettungsaktion

30.05.2018 11:40

Vater des Balkon-Buben spielte „Pokémon Go“

Die spektakuläre Rettung eines kleinen Buben, der in Paris an der Außenseite eines Balkongeländers hing, sorgte am Wochenende für Bilder, die um die Welt gingen. Der Vierjährige wurde durch eine atemberaubende Klettereinlage eines illegalen Einwanderers aus Mali aus seiner lebensbedrohlichen Lage befreit. Während der „Held von Paris“ inzwischen seine Aufenthaltserlaubnis überreicht bekam und ihm von Präsident Emmanuel Macron höchstpersönlich die französische Staatsbürgerschaft zugesagt worden war, stellte sich am Mittwoch heraus, dass der Vater des Buben seine Aufsichtspflicht massiv verletzt hatte: Statt auf seinen Sohn aufzupassen, spielte er außerhalb des Wohnhauses mit seinem Smartphone „Pokémon Go“ ...

Die Szenen, die sich am Samstag in Paris abspielten und von einem Augenzeugen gefilmt wurden, ließen einem den Atem stocken - siehe Video oben. Der Bub drohte in die Tiefe zu stürzen, doch dann kam der mutige Auftritt Mamoudou Gassamas. Der 22-jährige illegale Einwanderer aus Mali zögerte nicht eine Sekunde und kletterte von der Straße aus über die Balkongeländer Stockwerk für Stockwerk bis zur vierten Etage, schnappte sich den Kleinen und brachte ihn in Sicherheit.

Held von Paris erhält französische Staatsbürgerschaft
Dafür wurde der junge Mann aus Mali zu Recht als Held gefeiert. Macron empfing den 22-Jährigen am Montag im Elysee-Palast, bedankte sich und versprach im die französische Staatsbürgerschaft. „Alle Papiere werden in Ordnung gebracht“, so Macron. Tatsächlich erhielt Gassama bereits am Dienstag seine Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich, zudem wurde ihm ein Arbeitsplatz bei der Pariser Feuerwehr in Aussicht gestellt. Gassamas bescheidene Antwort darauf lautete: „Danke, Frankreich!“

Vater des Buben spielte „Pokémon Go“
Zum Antihelden von Paris wurde hingegen der Vater des Vierjährigen, der sich Ermittlern zufolge zum Zeitpunkt des Beinahe-Unglücks nicht zu Hause befand. Demnach hatte er das Mietshaus verlassen, um einkaufen zu gehen. Danach spielte er offenbar im Freien „Pokémon Go“. Ein weiteres schockierendes Detail ist, dass der Vierjährige im fünften Stock wohnte, jedoch in der vierten Etage am Balkongeländer hing. Er ist also zuvor bereits rund fünf Meter tief gefallen, ehe er sich an der Brüstung festklammern konnte.

Die Mutter hält sich nicht in Frankreich auf, sondern lebt auf der französischen Insel Reunion im Indischen Ozean. Sie wurde per Telefon von dem Zwischenfall informiert und sprach dem Retter ihres Sohnes ihren Dank aus: „Zum Glück hat er so schnell reagiert.“

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