Mo, 20. August 2018

Schule in Wels

18.05.2018 06:30

Amoklauf an HTL angedroht: Verfahren eingestellt

Große Aufregung herrschte im Oktober 2017 an der Chemie-HTL in Wels. Zwei Schüler (17 und 18 Jahre) sollen ihren Mitschülern mit den Worten: „Wir bringen euch alle um!“ gedroht haben. Nun hat die Linzer Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt: Die beiden hätten niemandem gedroht, seien „nur“ belauscht worden.

Vergangenen Oktober sollen die zwei Schüler Mitschülern mit dem Umbringen gedroht haben. Nun wurde das Ermittlungsverfahren gegen sie eingestellt, bestätigt auch Philip Christl von der Linzer Staatsanwaltschaft auf „Krone“-Anfrage.

Nur blödes Dahergerede
Doch warum? Christl erklärt: „Aus unserer Sicht war kein Vorsatz erkennbar. Die beiden Schüler haben niemanden bedroht, sondern sich nur über einen Amoklauf unterhalten. Sie wurden dabei belauscht, dadurch kam es zur Anzeige. Damit ist aber der Tatbestand der gefährlichen Drohung nicht erfüllt. Es war kein echter Plan, sondern letztlich nur blödes Dahergerede, um sich wichtigzumachen.“

„Wir wollten nur Aufmerksamkeit“
An der Welser HTL für Chemie und Ingenieurwesen unterrichten 180 Pädagogen 1700 Schüler. Als sich die Jugendlichen immer mehr in ihrer Computerspiele-Welt verbohrten, verloren die beiden den sozialen Anschluss. Die Burschen wurden zu Außenseitern, dadurch dürften sie einen Hass auf ihre Mitschüler entwickelt haben - bis sie lauthals über einen Amoklauf an der Schule diskutierten. Bei den Einvernahmen machten sie einen Rückzieher, sagten: „Wir haben’s nicht ernst gemeint, wollten nur Aufmerksamkeit erregen.“ Eine erfolgreiche Verteidigungsstrategie, denn die Justiz glaubte ihnen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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