So, 16. Dezember 2018

„Immer unerträglicher“

18.04.2018 16:37

Café & Polizei: Ein Grätzel bekämpft Kriminalität

In „Peter und Siegrids Café“ in der Kundratstraße in Wien-Favoriten kümmert sich das Wirtepaar um die Sicherheit in ihrem Grätzel. Nach einem Einbruch im Café, einer Freundin, die sexuell belästigt wurde, sowie aggressiver Bettelei in der Umgebung beschlossen die beiden, sich an die Polizei zu wenden. Seitdem arbeitet die Exekutive mit dem Café zusammen. Im Lokal haben besorgte Anrainer die Möglichkeit, ihre Anliegen einem sogenannten Grätzelpolizisten anzuvertrauen.

Im Rahmen der bundesweiten Aktion „Gemeinsam Sicher“ hält Siegrid Langstadlinger (60) zusammen mit Kontrollinspektor Christoph Rakowitz und Kollegen bei „Peter und Siegrid“ Infoveranstaltungen zum Thema Sicherheit ab. Aber wieso? „Die Situation hier wurde immer unerträglicher. Von Bettelei bis Wechselbetrug, einfach zu viel von allem“, sagt die Wirtin.

Jede Polizeiinspektion hat einen Grätzelpolizisten, wenige aber einen Raum mitten in der Nachbarschaft. In dem Lokal hält der Polizist sogar Sprechstunden ab - ein Konzept, das die Besitzerin auch anderen Wirten nahelegen möchte: ihr Kaffeehaus als Forum für den Austausch zwischen Bürgern und Polizei anzubieten. „Alles zusammen ist ein Erfolgsmodell. Ich kann es anderen Kaffeesiedern und Wirten nur empfehlen, macht eine Sprechstunde mit dem Grätzelpolizisten, das kommt bei den Leuten gut an, und einem selber tut es auch gut.“

Davor fühlte sie sich ungehört, aber nun ist sie sich sicher: „Es gibt kein Problem, für das es keine Lösung gibt. Mit der Polizei funktioniert das gut!“ Schon der erste Vortrag mit dem Referenten des Landeskriminalamts über Sexualdelikte und die entsprechenden Schutzmaßnahmen füllte das Lokal. krone.at besuchte das Kaffeehaus am vergangenen Samstag.

Diesmal geht es um Einbruch: von Präventionstipps über Selbstverteidigungs-Alarme bis hin zu Abwehrtechniken und Opferschutz. Grätzelpolizist und Gruppeninspektor Franz Streyc erklärt, warum die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung so wichtig ist: „damit der Kontakt zwischen Polizei und den Bürgern wiederhergestellt wird, der in letzter Zeit eher eingeschlafen ist aufgrund der Situation in Wien, der Masse an Einsätzen“. Und: „Der Grätzelpolizist nimmt regelmäßig Kontakt zur Bevölkerung auf und ich stehe hundertprozentig hinter der Sache“, so Streyc.

Am kommenden Freitag beim ersten Termin des Projekts „Grätzelkaffee“ wird er noch mehr Anrainer kennenlernen, deren Fragen beantworten und ihnen ihre Unsicherheit nehmen ...

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Wien
Aktuelle Schlagzeilen
Mehrere Verletzte
Kleinbus mit sechs Passagieren überschlägt sich
Oberösterreich
Magnus Walch im Pech
Zu lange besichtigt: ÖSV-Ass disqualifiziert!
Wintersport
Vinicius Junior
Wechselverbot! Real plant mit „Brasilien-Juwel“
Fußball International
Grazer Erfolgslauf
„Macht mich stolz“ - Sturm mit Lächeln in Urlaub
Fußball National
Million für Innovation
Kurz: Engagement für „Chancenkontinent“ Afrika
Österreich
Wien Wetter

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.