Fr, 14. Dezember 2018

Im Linzer Musiktheater

15.04.2018 16:30

Stürmisch gefeierte Premiere von „Eugen Onegin“

Die Premiere der  Oper „Eugen Onegin“ wurde im Linzer Musiktheater für ihren hohen Qualitätsanspruch in der musikalischen Präsentation stürmisch gefeiert. Die Fülle der poesiereichen Dichtung Alexander Puschkins und die wunderbar sensible Musiksprache Tschaikowskys mit ihren einprägsamen lyrischen Szenen vermittelt einen schwermütigen Ausdruck der menschlichen Gefühle.

Die Schlichtheit des Inhaltes fordert keine temperamentvollen Actions, es geht um beschauliches Leben in der Provinz - mit unerfüllten Liebeswünschen und auch Eifersucht, die zum tödlichen Duell führen. Letztendlich siegt aber die Treue in der Ehe zum ältlichen Gatten. Onegin erkennt seinen tragischen Fehler, der ihn Freund und Lebensglück kostete.

Schwungvolle Chorauftritte
Auf der von Jan Bammes sparsam eingerichteten Bühne mit vielen Sesseln und einer beweglichen Plattform inszeniert Gregor Horres - inhaltlich bedingt - eher beschaulich die Solistenbewegungen und wirksamen schwungvollen Chorauftritte. Mit intensiver Gestaltungskraft und präziser Kontaktfreudigkeit zur Bühne dirigiert Leslie Suganandarajah das in allen Registern hervorragend musizierende Bruckner Orchester.
Großartiges Sängerteam
Als Glücksfall erweist sich das in allen Rollen großartig besetzte Protagonistenteam auf der Bühne, das in russischer Sprache die Gefühle und Stimmungen in allen Highlight-Arien zum Ausdruck bringt. Ein überwältigender Martin Achrainer als faszinierender Eugen Onegin und Izabela Matula als mit höchster Empfindsamkeit agierende Tatjana.  Weiters Rafal Bartminski als glänzender Tenorist Lenski, Michael Wagner ist ein fundamentaler Fürst Gremin,  Jessica Eccleston als Olga sowie Katherina Lerner (Larina), Valentina Kutzarova (Filipjewna), Matthäus Schmidlechner (Triquet). Überzeugend agierte der klangprächtige Chor des Landestheaters Linz unter der Leitung von Martin Zeller. Tosender Beifall für eine höchst beeindruckende Premiere! Nächste Vorstellungen am 23. und 28. April.

Fred Dorfer, Kronen Zeitung 

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