Mo, 22. Oktober 2018

Eklat am Finanzamt

03.04.2018 07:24

Linz: Security lachte über Frau mit Assistenzhund

Janet H. (40) wurde als Kind von einer Gruppe Männern entführt und eine Woche lang missbraucht. Sie leidet unter massiven posttraumatischen Belastungsstörungen, ist nicht mehr arbeitsfähig und benötigt einen Assistenzhund. Bei einem Besuch im Finanzamt Linz erlitt sie am Gründonnerstag durch das rüde Verhalten zweier Mitarbeiter der Security ein weiteres Trauma. Über die Mühlviertlerin wurde trotz Behindertenausweises gelacht - sie erlitt einen Kollaps.

Die Mühlviertlerin und ihr Sohn Denis (17) wurden nach dem Betreten des Linzer Amtsgebäudes von einem Security-Mann unwirsch gestoppt. „Er hat mich an der Schulter gefasst und aufgefordert, mit meinem Hund rauszugehen“, sagt H.

Ausweis ignoriert
Die 40-Jährige wollte ihren Behindertenausweis vorlegen, in dem „Lucky“ als staatlich geprüfter Assistenzhund eingetragen ist, was der Security ignorierte. Auch Denis versuchte, den Mann aufzuklären, dass „Lucky“ laut Gesetz selbstverständlich mit ihr ins Finanzamt mitkommen darf. „Er ist für mich genauso notwendig wie ein Rollstuhl für einen Rollstuhlfahrer“, erklärt Janet H.

Man hat mich nur ausgelacht“
Auch eine Mitarbeiterin am Info-Schalter forderte das Trio - vor etwa 20 wartenden Klienten - in unfreundlichem Ton auf, hinauszugehen. H., die sich nur dank jahrelanger Therapie zuletzt wieder unter Leute getraut hatte, begann am ganzen Körper zu zittern. „Lucky“ signalisierte ihr, dass ein Kollaps bevorsteht. „Doch man hat mich nur ausgelacht.“ Der Sohn brachte H. vor die Tür, wo sie kollabierte und es gut 20 Minuten dauerte, bis sie sich erholte.

Hilfe verweigert
Denis bat nach dem Zusammenbruch der Mutter den Security-Mann um Hilfe: „Das hat er aber verweigert und stattdessen gefragt, ob ich nicht auch ein bisschen behindert bin.“ Mutter und Sohn meldeten den Vorfall der Polizei - die Rechtfertigung des Security: „Die Frau hat Wahrnehmungsstörungen.“ Seit dem Vorfall leidet H. wieder an Panikattacken, musste deshalb bereits ein Spital aufsuchen.

Jürgen Pachner
Jürgen Pachner

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