Sänger Alle muss sich nach dem Wien-Konzert richtig erleichtert gefühlt haben. Eine Stunde lang hat er mit allem abgerechnet, das ihm unter den Nägeln brennt - und das auch zwischen den Songs. So lästerte der Frontman etwa über die voranschreitende Kommerzialisierung der gesamten Musikbranche: "All we want is to play our drums, our bass and our guitar", erklärte er dem Publikum.
Wenngleich der begeisterte Thai-Boxer sicher nicht als Traum aller Schwiegermütter gilt, so verbirgt sich hinter dem Schreigesang doch ein Sozialromantiker, der etwa in der neuen Nummer "Friends and Traitors" dem Wiener Publikum zubrüllte: "Music comes from the heart."
Wut entlädt sich in pure Energie
Es sind jedenfalls auch diese erfrischend ehrlichen, direkten Songzeilen, die über die Jahre zu einem Markenzeichen der 1993 gegründeten und nach einem Rage-Against-The-Machine-Zitat aus dem Song "Know Your Enemy" benannten Band geworden sind. Um nicht falsch verstanden zu werden: Raised Fist wird nach wie vor von der Wut angetrieben, die sich auf der Bühne in pure Energie entlädt - wie auch der krönende Abschluss des Konzerts mit der Zugabe "Breaking Me Up" vom dritten Album verdeutlichte.
Die Songs der Schweden haben aber auch auf dem fünften Album "Veil of Ignorance" kaum an Intensität verloren. Die im September erschienene Platte wirkt zwar teilweise verspielter als ihre Vorgänger und lässt da und dort auch Rock- und Metaleinflüsse durchklingen, doch unterm Strich bleibt Raised Fist eine Hardcore-Band, die sich in jedem Song den Schmerz von der Seele schreit - und dabei ordentlich Gas gibt.










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