20.03.2018 11:01 |

Interner Bericht

AMS-Berater: „Angst vor Gewalt der Migranten“

AMS-Mitarbeiter klagen über gravierende Probleme bei der Betreuung von Arbeitslosen mit nicht-deutscher Muttersprache - insbesondere die Zusammenarbeit mit Tschetschenen und Afghanen gestalte sich schwierig. Laut einem internen Revisionsbericht würden mangelnde Deutschkenntnisse und religiöse sowie kulturelle Gründe ein Integrationshindernis darstellen. AMS-Chef Johannes Kopf will davon jedoch nichts wissen - es sei lediglich von Einzelbeobachtungen seiner Angestellten die Rede.

Der knapp 50-seitige Bericht vom Juni 2017 war eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und basiert auf Untersuchungen in Geschäftsstellen in Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg und Wien. Die Prüfer haben untersucht, ob Migranten beim Arbeitsmarktservice schlechter betreut werden als Inländer und ob sie bei der Jobsuche von Unternehmen diskriminiert werden. Darauf wurden keine Hinweise gefunden.

„Auffälligkeiten bei Nationalitäten“
Befragte AMS-Führungskräfte gaben jedoch an, dass „Auffälligkeiten nach Nationalitäten“ zu beobachten seien, massive Probleme gebe es nach „übereinstimmenden Wahrnehmungen“ vor allem bei Tschetschenen, die überdurchschnittlich oft gewaltbereit seien. Manche AMS-Mitarbeiter hätten Angst, ihnen Vorschläge für Jobs oder Kurse zu machen, einige Mitarbeiter seien auch bedroht worden. Tschetschenen, Syrer und Afghanen seien auch schwer in soziale Berufe oder in die Gastronomie zu vermitteln, „weil der Servicegedanke abgelehnt wird“, heißt es in dem Bericht. Allgemein würden muslimische Väter und Ehemänner die Arbeitsaufnahme oder Ausbildung ihrer Töchter und Frauen behindern.

In einem Statement der AMS-Führung, das im Revisionsbericht angeführt wird, werden den AMS-Mitarbeitern „Schulungen zum interkulturellen Verständnis“ angeboten. Vielen Beratern falle es offenbar schwer, „zwischen Wahrnehmung und Vorurteil zu unterscheiden“.

Drastische Zahlen aus Wien
In Wien haben 61 Prozent der AMS-Kunden Migrationshintergrund, in ganz Österreich sind es 42 Prozent. Insgesamt haben bereits 71 Prozent aller vom AMS Wien betreuten Jugendlichen Migrationshintergrund oder sind Ausländer. Besonders drastisch zeigt sich die Situation in der Zweigstelle in der Johnstraße im Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus: Hier haben bereits zwei von drei Arbeitssuchenden Migrationshintergrund oder sind Ausländer.

AMS-Chef übt Kritik an Revisionsbericht
Der Revisionsbericht enthalte keinerlei Angaben über die Häufigkeit der beschriebenen Wahrnehmungen, was in der Berichterstattung darüber verschwiegen werde, kritisierte AMS-Chef Kopf auf Facebook. Der Revisionsbericht werde somit „unvollständig und zu Fehlinterpretationen verleitend“ dargestellt.

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