Datenschutz-Affäre

Deutsche Bahn soll Millionen-Bußgeld zahlen

Ausland
19.10.2009 21:49
Wegen des internen Datenskandals soll die Deutsche Bahn nun ein Bußgeld in Höhe von 1,1 Millionen Euro zahlen. Der Konzern habe einen entsprechenden Bescheid des Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix erhalten, sagte ein Bahnsprecher am Montagabend. Im Jänner war bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn seit 1998 insgesamt dreimal Mitarbeiter in sogenannten "Massen-Screenings" durchleuchtet hatte.

Damit sollten Mitarbeiter identifiziert werden, die sich über Scheinfirmen selbst Aufträge zuschanzten. Die Daten seien mit jenen von Firmen abgeglichen worden, mit denen die Bahn geschäftlich verbunden war, hatte der Antikorruptionsbeauftragte des Konzerns, Wolfgang Schaupensteiner, im Jänner im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages berichtet. Die Betroffenen waren nicht informiert. Die Bahn hat dem Bericht zufolge 14 Tage Zeit, um gegen den Bescheid Einspruch einzulegen.

173.000 Mitarbeiter bespitzelt
Im Ausschuss hatte Schaupensteiner auch berichtet, dass insgesamt 173.000 Mitarbeiter - also rund zwei Drittel der Belegschaft - und 80.000 Lieferanten ohne ihr Wissen einem "Screening" ihrer Stammdaten unterzogen worden waren. In 300 Fällen sei es dabei zu "Auffälligkeiten" gekommen, 116 davon hätten sich als relevant herausgestellt.

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