Mo, 18. Juni 2018

„Vorsorge Aktiv“ kommt

16.03.2018 07:20

Die klassische Kur hat endgültig ausgedient

Die Kur im klassischen Sinn wird es künftig nicht mehr geben. Bis Ende des Jahres wird sie durch die „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ (GVA) abgelöst. Dabei soll der Fokus nun mehr auf Bewegung und Prävention gelegt werden. Im Vergleich zur Kur wird die neue GVA rund fünf Millionen Euro pro Jahr mehr kosten. Auf längere Sicht erhofft man sich dadurch Einsparungen beim Pflegegeld.

Die Maßnahme ist Teil der Pläne zur Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters. Ziel ist laut dem Obmann der Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Manfred Anderle, die Erhaltung der Erwerbsfähigkeit und die Verlängerung der gesunden Lebensjahre. Es geht dabei vor allem um Erkrankungen des Bewegungs- und Stützapparates sowie um psychische Erkrankungen, die zu den häufigsten Gründen eines Kur- oder Reha-Aufenthaltes sowie auch für Frühpensionierungen zählen.

„Präventionsgedanke ist wichtig“
Die GVA bietet Aktivtherapien und angepassten Sport als medizinische Basis, dazu kommen die Themen Ernährung und mentale Gesundheit. Sie besteht aus einem Basismodul und spezifischen Modulen mit individuellen Schwerpunktsetzungen. Wichtig ist Anderle auch der Präventionsgedanke. So wolle man bereits bei ersten Anzeichen von Burn-out oder schon bei leichten Abnützungen des Bewegungsapparates eingreifen.

Berufsfreundlicher als Kur
Die GVA ist individueller gestaltbar als die bisherige Kur. Sie kann in einen Aufenthalt von zwei Wochen und einen von einer Woche (innerhalb von sechs Monaten) gesplittet werden, wovon man sich eine leichtere Vereinbarkeit mit dem Beruf erwartet. Einen Rechtsanspruch gibt es wie bei der bisherigen Kur nicht. Auch der Zugang soll nicht geändert werden, die Anzahl der Fälle soll im Vergleich zur Kur etwa gleich bleiben, so Anderle.

Nach einem Pilotversuch ist die Umstellung von der Kur zur GVA bereits in vollem Gange, die Verträge mit den Partnern sind schon abgeschlossen. Rund 4000 Kur-Betten sind bereits für die GVA umgewandelt, die restlichen 2000 sollen noch heuer folgen.

Hoffnung auf finanzielle Einsparungen beim Pflegegeld
Im Vergleich zur Kur wird die neue GVA rund fünf Millionen Euro pro Jahr mehr kosten - bei einem Gesamtaufwand von etwa einer Milliarde Euro für Kur und Rehabilitation derzeit. Anderle geht aber davon aus, dass sich die Umstellung trotzdem auch finanziell rechnen wird. Der PVA-Obmann geht davon aus, dass es langfristig Einsparungen beim Pflegegeld, durch niedrigeren Medikamentenverbrauch sowie dadurch, dass Menschen länger im Arbeitsprozess bleiben können, geben wird.

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